
The Place Promised In Our Early Days
J 2004
[R: Makoto Shinkai; Rapid Eye Movies]
16.08.2007, 11:43, Text:
Birgit Binder
Der eigenen Überzeugung zufolge hat der Regisseur Makoto Shinkai mit seinem ersten abendfüllenden Anime \"The Place Promised In Our Early Days\" ein filmzeichnerisches Werk mit Realkino-Ambiente geschaffen, das die kurze Phase der Adoleszenz abbildet. Folgerichtig wühlte er im utopischen Genre der alternate History. Warum nur lässt der anachronistische Blick des Regisseurs aber Brüche und Faltenwürfe während der Übergangsphase seiner Dreierheldinnenbande im Pathos absaufen? So zwingend die Kombination von Pathos - als eines der drei Überzeugungsmittel der (rhetorischen) Rede - und Jugend auch scheinen mag, der Film verschenkt es jovial mit abgeschmackten Monologen, die das erklärte Thema beleidigen.
Dies gelingt durch einen hermetischen, aseptischen und asexuellen Blick auf die Schüler Hiroki und Takuya, deren klein gehaltene Welt ein Gruppengeheimnis um Mitschülerin Sayuri zusammenhält. Verlust und geschütteltes Urvertrauen - gekauft. Aber wenn die \"böseböse Welt\" hereinkommt und den Heldinnen aufgeht, dass ihre Verbündeten keine hehren Absichten umtreiben, werden wohl nur noch Aficionados am Bildschirm kleben. Und eine eigene Erinnerungsleinwand aufspannen, sortieren und archivieren.
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