
Half Moon
IR/A/F 2006
[R: Bahman Ghobadi; D: Ismail Ghaffari, Allah Morad Rashtiani, Golshifteh Farahani; 09.08.]
16.07.2007, 06:00, Text:
Michael Maurer
Bahman Ghobadis \\"Half Moon\\" ist ein modernes Märchen, das im Niemandsland zwischen Iran, Irak und Türkei spielt. Dem neuseeländischen Kameramann Nigel Bluck ist es gelungen, dem nach wie vor völkerrechtlich nichtexistenten Land der Kurden eine besondere Anmutung zu verleihen: karg und bescheiden, aber gleichzeitig von erhabener Schönheit.
Der alternde Musiker Mamo ist ein Star in seiner iranischen Heimat und über deren Staatsgrenzen hinaus. Zusammen mit seinen Söhnen, die den Vater musikalisch unterstützen, und dem liebenswert-trotteligen Freund Kako begibt er sich in einem Schulbus auf die beschwerliche und gefährliche Reise durch die Berge in den benachbarten Irak. Nach dem Sturz Saddams möchte Mamo als Zeichen seiner Solidarität und Anteilnahme ein Konzert für seine irakischen Brüder und Schwestern geben.
Der Volksheld muss vor Beginn des Unternehmens noch einige Überzeugungsarbeit leisten, da nicht alle Söhne seinen Enthusiasmus und sein Sendungsbewusstsein teilen. Aber mit Beharrlichkeit und sanftem Druck klaubt er seinen Clan in den umliegenden Dörfern zusammen und bricht auf in ein Abenteuer voller Unwägbarkeiten und Hindernisse.
Ghobadi gilt nach insgesamt vier Spielfilmen als eines der vielversprechendsten Regietalente im Nahen Osten und beweist mit \\"Half Moon\\" Gespür für die Tragikomik des Lebens. Immer wieder setzt er skurrile und kuriose Akzente, die verhindern, dass die Geschichte in ein moralinsaures Lamento abdriftet.
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