
Die Simpsons - der Film
Matt Groening und Co. im Interview
08.07.2007, 10:00, Text:
Felix Scharlau, Foto: Felix Scharlau
[2 Kommentare]
Die Cartoon-Serie \\\"The Simpsons\\\", dieser postmoderne Vergnügungspark, diese allerorten geliebte Linksammlung zu Orten und Unorten der Popkultur, dreht derzeit irgendwo bei Folge 400 gemütlich ihre Kreise - wartet zugleich aber auf den großen Knall. Den ersten \\\"Simpsons\\\"-Kinofilm, über den schon in den 90ern spekuliert wurde. Ende Juli kommt er nun definitiv in die Kinos. Felix Scharlau flog um die halbe Welt und sah unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen acht Minuten Rohmaterial, über die er eigentlich nicht reden darf. Zum Glück gibt es andere, denen das nur schwer zu verbieten ist: die Macher des Films.
Erde, USA, Kalifornien, L.A., Hollywood, Fox Studios, \\\"Simpsons\\\"-Bungalow - wenige Quadratmeter Holzbaracke, aus der so viele Stunden allerbester Fernsehunterhaltung in die ganze Welt geschickt wurden. Indirekt geschah dies durch jene fünf älteren Männer, die jetzt auf einfachen Stühlen vor ein paar internationalen Journalisten sitzen und Rede und Antwort stehen. Bühne frei für die fett gedruckten Namen jedes \\\"Simpsons\\\"-Vorspanns. Bühne frei für die Produzenten James L. (\\\"Jim\\\") Brooks, Al Jean und Mike Scully sowie den Regisseur des \\\"Simpsons\\\"-Films David Silverman. Und natürlich denjenigen, ohne den es Springfield nie gegeben hätte: Matt Groening.
Reden wir nicht lange um den heißen Brei: Wie viel können und wollen Sie über die Handlung und die Inspiration für den ersten \\\"Simpsons\\\"-Film erzählen?
Al Jean: Wie Sie den gezeigten Ausschnitten entnehmen können, scheint es in dem Film Probleme zu geben.
James L. Brooks: Und Sex und Gewalt.
Mike Scully: Ach ja: Homer macht was Bescheuertes.
Okay, dann anders: Warum hat es so lange gedauert, bis der Film angegangen wurde?
Jean: Darauf haben wir ehrlich gesagt nicht wirklich eine gute Antwort. Wir hatten sehr gute, solange es darum ging, den Film nicht zu machen. Lange Zeit war uns sehr wichtig, uns nicht mit der Idee eines Films auseinanderzusetzen, bis es wirklich unser aller Wunsch war, ihn zu drehen. Dann kam plötzlich eins zum anderen, und auch wenn wir das damals nicht spürten - aus heutiger Sicht muss ich sagen, es war perfektes Timing.
Ist das jetzt ein Traum, der wahr wird? Eine wirkliche Krönung der Serie? Oder sieht man das als Macher emotional doch als zwei ganz verschiedene Dinge?
Brooks: Nun, die Serie an sich war ein Traum, der wahr wurde. Und zwar für sehr viele Leute. Man darf nicht vergessen: Als die \\\"Simpsons\\\" erstmals im Fernsehen auftauchten, hatte es - wie lange? - vielleicht 30 Jahre lang keine animierte Serie gegeben.
David Silverman: Ich würde gerne noch zu der Frage von eben etwas hinzufügen: Es gab ja in den 90ern auch mal die Idee, aus der \\\"Simpsons\\\"-Folge \\\"Kamp Krusty\\\" einen Film zu machen. Wir hatten aber zu der Zeit überhaupt keine Ressourcen, um sowohl die Show als auch ein so großes Projekt gleichzeitig anzugehen.
Brooks: Ich habe das immer etwas anders gesehen. \\\"Kamp Krusty\\\" wäre in Film-Form der perfekte \\\"Simpsons\\\"-Film zu der Zeit gewesen.
Dritte Staffel war das, richtig?
Matt Groening: Ja, dritte.
Brooks: Dann kamen wir aber zu dem Schluss, dass es eben auch eine sehr gute Serien-Folge für den Start in eine neue Staffel wäre, also machten wir es doch so. Und dieser Kreuzweg war ausschlaggebend dafür, dass weitere Filmplanungen für lange Zeit nicht mehr ernsthaft in Betracht gezogen wurden.
Auch keine lebensechte Umsetzung? Da gab es mal Gerüchte, es solle ein Film mit John Goodman kommen.
Brooks: Nein, nie im Leben war das angedacht. Ich schwöre bei Gott.
Jean: Er spielte ja auch schon Fred Feuerstein, das wäre verwirrend gewesen.
Groening: Wir hätten Bob Hoskins gefragt. [Lachen]
Sie erwähnten eben im Spaß, es würde mehr Sex und Gewalt im Film geben. Das war ja zum Beispiel für den \\\"South Park\\\"-Film eine Vorgabe, die eingehalten wurde. Erleben wir das also tatsächlich?
Brooks: Nein. Unsere Hauptvorgabe war: Wir wollten, dass das, was wir vorhaben, auch einen Film wert ist. Angefangen bei der Story.
Wäre der Film signifikant anders geworden, wenn ein anderes Studio involviert gewesen wäre?
Scully: Nun, er wäre in erster Linie illegal. [Lachen]
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ZieseldasWiesel 08.07.2007 | 11:20:04
ein sehr gutes wie interessantes interview mit tollen fragen :)
das einzige,was mich noch interessieren würde ist, ob sie den vorwurf teilen,dass nach der 10. staffel eine ordentliche flaute der geschichten einzug erhalten hat.natürlich gabs da auch viele höhen,aber gesamt gesehen haben die episoden ja ganz schön an charme verloren,vorallem aufgrund der seltsamen plots. zwar wurde gesagt,sie hätten eine zeitlang eine kreative flaute erhalten,aber ich seh da noch keinen aufschwung (obwohl die neue staffel in den staaten sehr gut sein soll)
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