Pom Poko

J 1994

[R: Isao Takahata; Ufa Anime]

18.06.2007, 06:00, Text: Birgit Binder

Zeitlos auch diese Produktion aus dem Ghibli-Studio: \\\"Pom Poko\\\" von Regisseur Isao Takahata aus dem Jahr 1994, inspiriert von dem gierigen Tokioter Bauboom der 60er und den in Japan verehrten Tanuki. Es handelt sich, obwohl die Bezeichnung oft fälschlich mit Dachs übersetzt wird, um eine in Japan weit verbreitete Tiergattung. Tanuki gehören zoologisch der Gattung der Hunde an. Bellen können sie zwar nicht, beißen schon. Besondere Kennzeichen: Wandlungsfähigkeit und übergroße Hoden, die bei Wut als Schlagwaffe dienen können. Anders als die mythologisch ebenso populären Füchse (Kitsune) gelten die Tanuki nicht als schlau-heimtückisch und elegant - ihre Verwandlungskunst setzen sie, mit wenigen Machismo-Ausnahmen, in \\\"Pom Poko\\\" gutmütig ein, mit einer Extraportion komischen Talents.

Schließlich geht es ums \\\"To be or not to be\\\", wie einer ihrer Vertreter auf mondbeschienener Wiese zitiert, wenn Bulldozer, Wonderland und Co. anrücken.
Regisseur Takahata, bekannt durch die Hiroshima-Kindheitserinnerung \\\"Grave Of The Fireflies\\\", gelingt spielerisch eine fast zweistündige Mischung aus Unterhaltung, (Menschen-) Kritik und Mythengeschichte. US-amerikanische Eltern sollen sich aufgrund des testikalen Humors von \\\"Pom Poko\\\" um ihre Kinder gesorgt haben. Wie schade. Ein möglicher und weitaus wahrscheinlicherer Effekt wird wohl dieser sein: Sie, großes wie kleines Kind, werden Menschen mit Ringen unter den Augen anders betrachten - halten Sie nach einem Blatt Ausschau! Und behalten Sie Bulldozer in Ihrer Umgebung im Auge!




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