Little Britain - Erste Staffel

GB 2003

[R: Steve Bendelack, Matt Lipsey u. a.; D: Matt Lucas, David Walliams; Polyband]

18.06.2007, 06:00, Text: Hias Wrba

Der sprichwörtliche englische Humor erlebt hierzulande gerade in all seinen Ausprägungen eine neue Blütezeit. Schuld daran sind aufwendige DVD-Editionen britischer Fernsehformate. Dabei hat die Lachabteilung der BBC ihren Betrieb in den 90er-Jahren keineswegs eingestellt, wie man meinen möchte, sondern das Publikum mit Perlen wie der Downing-Street-Satire \"Yes Prime Minister\" und dem Abgetakelte-Damen-Drama \"Absolutely Fabulous\" verwöhnt. Nach allen Produktionen von und mit Ricky Gervais, von dessen Serie \"Extras\" just die zweite Staffel auf DVD veröffentlicht wird, schwappt nun auch \"Little Britain\" über den kleinen Teich. Der Name ist Programm, aus der Weltmacht ist eine verschrobene Gesellschaft kleingeistiger Spinner geworden, so scheint es. Präsentiert werden ein harsch untalentierter Transsexueller, ein gruseliges Pärchen - dickbebrillter Rollstuhlfahrer und sein zuseliger Kumpel -, ein derb vor sich hin brabbelndes Teenie-Gör, ein Homosexueller in der Isolation einer walisischen Kleinstadt, ein Flöte spielender schottischer Hotelier sowie diverse andere Mensch gewordene Kuriositäten.


Viel Sex und viele beleibte Männer, die entweder hautenge Latexanzüge tragen oder als beleibte Frauen posieren. So stellt man sich mancherorts wohl das Ende der political Correctness vor. Zelebriert wird Humor der raueren Gangart, der jedoch weder die neurotische Sickness des Genre-Meisters Chris Morris erreicht noch die surreale Gruseligkeit der \"League Of Gentlemen\". Mit der \"League ...\" gibt es Überschneidungen durch Regisseure wie etwa Steve Bendelack. Die Sketche von \"Little Britain\" mit ihren wiederkehrenden Charakteren bieten Schenkelklopfer und humoristische Hausmannskost. Benny Hill lässt leise grüßen. Was ja nicht zwangsläufig schlecht sein muss. Die Show setzt auf Loops, auf Ticks und Marotten ihrer Protagonisten, denen in jeder Folge ein neuer Dreh abgewonnen wird. Und tatsächlich schrauben sich die Running Gags doch nach einer Handvoll Folgen unweigerlich ins Hirn des Betrachters - und ringen ihm ein amüsiertes Gackern ab. So kriegen die Autoren Matt Lucas und Andy Riley dementsprechend doch die Kurve und bestechen mit hintergründigen Scherzen, die durchaus an ihre Vorbilder heranreichen.




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