
Valerie
D 2006
[R: Birgit Möller; D: Agata Buzek, Devid Striesow, Birol Ünel; 26.04.]
23.04.2007, 06:00, Text:
Barbara Schulz
Berlin im Winter – da ist die Stadt besonders kalt und abweisend. Das bekommt auch Fotomodell Valerie zu spüren, als sie um Weihnachten herum von Paris nach Berlin kommt und plötzlich eine unwillige Agentin, folglich keine Jobs und auch kein Geld mehr hat. Statt wie sonst im noblen Hyatt-Hotel lebt sie fortan in ihrer Limousine in der Hyatt-Tiefgarage. Essen und Zigaretten klaubt sie sich hie und da zusammen und macht dem drögen Parkplatzwächter schöne Augen, damit der sie in Ruhe lässt, denn sie kann auch ihr Parkticket nicht mehr bezahlen. Vor Freunden und Bekannten spielt sie mehr oder weniger erfolgreich die Gestresste, zu stolz, um diese um Hilfe zu bitten. Regisseurin Birgit Möller hat sich in ihrem Kinodebüt von amerikanischen Models inspirieren lassen, die auf den Laufstegen und unter den Brücken der Städte zu Hause sind und von der Hand in den Mund leben. Trotzdem wollte sie “Valerie” Humor verleihen und den drohenden moralischen Zeigefinger übergehen. Dass das funktioniert, ist weniger dem manchmal schwer verhedderten, von fünf AutorInnen verfassten Drehbuch zu verdanken, sondern den famosen Darstellern geschuldet. Agata Buzek gibt eine stille rebellische Valerie, der man den Stolz und die Lakonie unbedingt abkauft, und der sowieso begnadete Devid Striesow zeigt sich als spießiger Parkplatzwächter in Hochform. Eins drauf setzt nur noch die Kamera von Kolja Raschke, der so lakonisch filmt, dass man sich manchmal in einem David-Lynch-Film wähnt. Sehenswert.
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