
Spider-Man 3
USA 2007
[R: Sam Raimi; D: Kirsten Dunst, Tobey Maguire, Topher Grace, Thomas Haden Church; 01.05.]
23.04.2007, 06:00, Text:
Paula Fuchs
Kann sich noch jemand an die Aufregung der “Spider-Man”-Fangemeinde um den “organic Webshooter” und andere Abweichungen der Leinwand-Version vom Marvel-Klassiker erinnern? Und hat noch irgendwer die Spekulationen um den alternativen Trailer auf dem Schirm? Der neue Anreißer wurde damals nötig, weil ein zwischen den Türmen des WTC gewobenes Spinnennetz, in dem sich Helikopter verheddern, nach 9/11 in Hollywood nicht gerade angesagt war. Die organische Ladehemmung beim Vernetzen war dagegen von Anfang an wichtiger Bestandteil des Coming-of-Age-Aspekts, auf den Star-Regisseur Sam Raimi mit Tobey Maguire und Kirsten Dunst in den Hauptrollen sein Augenmerk richtete. Raimi kitzelte weise den ewigen Selbstzweifel als Essenz der Biografie des von einer radioaktiven Spinne gebissenen Durchschnittssympathen Peter Parker aus dem Stoff. Im dritten Teil führt er abermals Regie, und wieder stellt er seinen Helden auf eine schwere Probe: Dessen Kostüm verdunkelt sich und verfärbt auch seine Seele. Macht ist ihm nun wichtiger als seine Vertrauten. Erst die Schurken Venom (Topher Grace) und Sandman (Thomas Haden Church) bringen ihn mit ihren Fiesheiten zurück auf den rechten Weg. So viel zur Dialektik von Gut und Böse, wie sie nicht nur in Hollywood verstanden wird.
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