
Severance
GB/D 2006
[R: Christopher Smith; D: Danny Dyer, Laura Harris, Toby Stephens; Splendid]
23.04.2007, 06:00, Text:
Martin Riemann
Der Mix von Gewalt und Humor ist ein bewährtes Film-Rezept, unter dem vor allem das Horror- und Actionkino der 90er erheblich gelitten haben. Jetzt, wo der Horror wieder härter und ernster wird, werden auch die Horror-Komödien düsterer. So hört sich die Handlung von “Severance” zunächst nach einem totalen Albtraum an. Eine Gruppe britischer Betriebsausflügler wird in einem osteuropäischen Waldstück von durchgedrehten Ex-Soldaten gnadenlos gejagt und auf teilweise bestialische Art abgeschlachtet. So weit, so haarsträubend. Der Kniff ist, dass der Film sein Hauptaugenmerk genüsslich lange auf das Thema “Büroausflug” konzentriert. Erst nachdem man alle Angestellten, vom drogenaffinen Lad bis zum perfektionistischen Schreibtisch-Nerd richtig kennengelernt hat, fängt das Töten an. So gehen die plötzlich recht kruden Splatterszenen dann doch nahe und können beim Zuschauer in einer Mischung aus Ohnmacht und Erstaunen durchaus zu Lachanfällen führen, z. B., wenn einem abgetrennten Unterbein erst noch Schuh und Strumpf ausgezogen werden müssen, damit es in eine Minibar passt. Smith, der zuvor Franka Potente für den bierernsten “Creep” durch die Londoner U-Bahn gejagt hat, setzt hier auf eine ähnliche Rezeptur wie bei “Shawn Of The Dead” und rüstet seine Figuren mit erstaunlich vielen Charaktereigenschaften potenzieller Genre-Fans aus. Sie werden es ihm danken.
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