
Branded To Kill
J 1967
[R: Seijun Suzuki; D: Jo Shishido, Mariko Ogawa, Annu Mari, Koji Nambara; Rapid Eye Movies]
26.03.2007, 06:00, Text:
Martin Riemann
So viel Chuzpe wie Seijun Suzuki haben wohl nur die wenigsten. Unter der Vorgabe, für seine Produktionsfirma Nikkatsu einen kommerziellen Yakuzafilm zu drehen, schuf er diesen Meilenstein der intuitiven Montage und beendete damit für die nächsten zehn Jahre seine Karriere. Nachdem seine Arbeitgeber den fertigen Film gesehen hatten, ist er nämlich umgehend entlassen worden. Aus ihrer Sicht verständlich, denn die Handlung folgt allenfalls einer Traumlogik und hat mit einem normalen Gangsterfilm so gut wie nichts gemeinsam.
Im Mittelpunkt steht Hanada (Jo Shishido), der in der Hierarchie der Yakuza als Killer #3 gelistet ist. Als ein Schmetterling das Zielfernrohr seines Präzisionsgewehrs verdeckt, verfehlt er sein Ziel und bringt damit einen Diamantendeal zum Platzen. Daraufhin fordert ihn die #1 zu einem extrem absurden Duell heraus. Außerdem halten ihn seine betrügerische Ehefrau und eine merkwürdige Schönheit mit einem Fetisch für tote Vögel auf Trab. Das alles wird auf eine derart fieberhafte Weise erzählt, dass es über weite Strecken schwierig ist, dem Geschehen zu folgen. In diesem Fall ist das aber von Vorteil, denn so kann man sich auf die vielen meisterhaft gestalteten Pop-Art-Sequenzen konzentrieren, die Suzuki in diesem Geniestreich zusammengebaut hat. Shishidos Physiognomie ist übrigens deshalb so befremdlich, weil sich der Schauspieler seinerzeit die Backen mit Kollagen aufspritzen ließ.
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