
Die neue Kunst Ruinen zu bauen
D 2006
26.03.2007, 06:00, Text:
Dörte Miosga
Anfang des 17. Jahrhunderts erschien Lope de Vegas “Die neue Kunst Komödien zu schreiben”. Mit dem Filmtitel “Die neue Kunst Ruinen zu bauen” beweisen Florian Borchmeyer und Matthias Hentschler ihre Kenntnisse der hispanischen Kultur. Gleichzeitig deutet der Name auf die lyrische Ausrichtung des Films hin, denn er handelt von der Poetik der Ruine. Nirgends auf der Welt kann man die besser bewundern als auf Kuba. Wer Havanna, die “Perle der Karibik”, besucht, ist fasziniert von dem morbiden Charme der Stadt. Der Film zeigt die Ruinen und ihre Bewohner, zum Beispiel Reinaldo, der in dem alten Theater Campoamor wohnt. Stolz erzählt er von den guten Tagen, die “sein” Theater gesehen hat, das ihn jeden Moment lebendig begraben könnte. Mit Antonio José Ponte wird im Laufe des Dokumentarfilms die Ursache des Verfalls und die Kritik am Fidel’schen Sozialismus thematisiert. Der selbst erklärte Ruinenforscher und Redakteur darf in Kuba nichts mehr veröffentlichen. Nach seinen Aussagen in diesem Film darf es wundern, dass er weiterhin als freier Mann in der Altstadt Havannas lebt. Ein gelungener Film, der bereits den Bayerischen Filmpreis erhielt und für den Deutschen Filmpreis nominiert ist.
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