Sunshine

GB 2007

[R: Danny Boyle; D: Cillian Murphy, Chris Evans, Rose Byrne, Michelle Yeoh, Hiroyuki Sanada; 19.04.]

26.03.2007, 06:00, Text: Calle Claus

Fünf Jahre, nachdem sie der Menschheit im Horror-Meilenstein “28 Days Later” (2002) den Wut-Virus auf den Hals gehetzt hatten, hat das Dream-Team Danny Boyle (Regie), Alex Garland (Buch) und Cillian Murphy (Hauptrolle) erneut ein erlesenes Schreckensszenario parat: In nicht allzu ferner Zukunft stirbt die Sonne, und die mittlerweile im ewigen Winter ihr Dasein fristende Menschheit sendet das gigantische Raumschiff “Ikarus 2” aus, um dem himmlischen Lebensspender mittels einer gewaltigen Sprengladung neues Leben einzuhauchen. In den Weiten des Alls, ohne Funkverbindung zur Erde, kommt es in der Tradition von Kubricks “2001 – Odyssee im Weltraum” und Tarkowskijs “Solaris” unter den Mitgliedern der internationalen Besatzung zu schweren Problemen sowohl technischer als auch zwischenmenschlicher Natur. Als dann auch noch ein Signal der verschollenen “Ikarus 1” empfangen wird, die sieben Jahre zuvor mit demselben Auftrag gestartet ist, droht die Mission vollends aus den Fugen zu geraten. Sind die Besatzungsmitglieder des Schwesterschiffs doch nicht tot, wie alle annahmen?


Set-Designer Mark Tildesley hat für die “Ikarus” großzügige, aber trotzdem immer klaustrophobisch wirkende Innenräume erdacht. Auch hier stand Kubricks Weltraum-Klassiker Pate, sogar im Raumschiff-eigenen Gemüsegarten wirken die Kosmonauten isoliert und von der Natur entfremdet. Auch formal weiß der Film mit überraschenden Einstellungen und innovativer Tonspur zu gefallen. Wie schon in “28 Days Later” versteht Boyle es, das gewählte Genre durch leichte Variationen und Verschiebungen auf inhaltlicher und formaler Ebene zu veredeln und in den Stand der Filmkunst zu erheben. Ein Fest fürs Auge sind nicht zuletzt die vielen auf Cinemascope aufgeblasenen Originalaufnahmen der Sonne. Bei so viel optischer Opulenz ist es dann auch nicht so schlimm, dass man den Plot so oder so ähnlich in diversen anderen Raumgleitern der Filmgeschichte schon mal gesehen zu haben glaubt. Dass die ganze Story um die “Re-ignition” der Sonne bei Lichte betrachtet sowieso höchst unrealistischer Schmonzes ist, wollen wir denn auch mit dem Mantel des Schweigens bedecken.
So sieht das auch Hakan Önel, Sonnenphysiker des Astrophysikalischen Instituts Potsdam, den das Presseheft zitiert: “Der Film wirbt in gewisser Weise für unser Forschungsgebiet. Vielleicht regt ‘Sunshine’ die Zuschauer an, ihr Wissensdefizit bezüglich der Sonne abzubauen.”



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