The Host

ROK 2006

[R: Joon-ho Bong; D: Kang-ho Song, Hae-il Park, Du-na Bae, Hie-bong Byeon; 29.03.]

28.02.2007, 12:51, Text: Martin Riemann
[4 Kommentare]

Eine großstädtische Idylle in Seoul. Am Han-Fluss haben sich viele Menschen eingefunden und flanieren am Ufer entlang. Gang-du, der vertrottelte Sohn eines Imbissbetreibers, versorgt die Ausflügler mit gegrilltem Tintenfisch und Dosenbier. Ein Szenario, wie es alltäglicher nicht sein könnte. Doch plötzlich entsteigt dem Fluss eine riesige, durch Chemikalien mutierte Kreatur und beginnt wahllos Leute zu verschlingen. Nachdem das Monster Gang-dus kleine Tochter verschleppt hat, wollen er und seine Familie die Verfolgung aufnehmen. Doch leider stehen ihnen dabei das Militär, die Medien und einige Virologen im Weg und machen lieber Jagd auf sie als auf das Monster.
Allein der Anfang von “The Host” liefert, in seiner Vermischung von Realismus und Horror, einige der erschreckendsten Szenen des Monsterkinos schlechthin. Und dabei ist “The Host” noch nicht mal ein reiner Monsterfilm, sondern fokussiert auf die Bemühungen einer einfachen Familie, sich gegen die Mechanismen staatlicher (und globaler) Problembewältigung durchzusetzen. Dass Joon-ho Bong diesen ungleichen Kampf mit den Mitteln der Satire erzählt, gehört zu den vielen Kunstgriffen, die “The Host” über den Status einer platten Politparabel weit herausheben. Zusätzlich jongliert er noch geschickt mit den Versatzstücken verschiedenster Genres, die von der Slapstickkomödie, dem Familiendrama bis zu Actionfilm und purem Angstkino reichen. Dabei macht der Film keine Gefangenen und zeigt rücksichtslos die Konsequenzen allgemeiner Leugnungsprozesse. Zwar ist das Monster hier auch die Manifestation eines fahrlässigen Umgangs mit der Natur, wird aber dabei nicht zum Symbol einer gesellschaftlich übergreifend akzeptierten Bedrohung wie etwa Godzilla. Im Gegenteil! Bong zeigt den Umgang der Öffentlichkeit mit der Katastrophe als eine Melange aus Verantwortungslosigkeit, Fehlinformation, Propaganda und Hexenjagd. In dieser Hinsicht übernimmt das Monster eher eine Nebenrolle und schrumpft von der Furcht einflößenden Hybris zum biologischen Phänomen, dessen Verhalten sich stark an dem realer Tiere orientiert. Was dieses Wesen natürlich umso faszinierender erscheinen lässt.
Dieses allen voran mit Kang-ho Song großartig besetzte Wunderwerk von einem Film gehört mit seinem rührenden Familienplot, seinem kranken Humor und seinen State-of-the-Art-CGI-Effekten zum Schönsten, was man dieses Jahr im Kino zu sehen kriegen wird. Die beste Satire seit Kubricks “Dr. Strangelove”.





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TheHost
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  • User: RagingPenguin
  • RagingPenguin 15.03.2007 | 18:22:04

    "Die beste Satire seit Kubricks “Dr. Strangelove”."

    Äh, bitte was?! "The Host" lief bei uns in der Sneak und war so ziemlich das Erbärmlichste, was ich je aus Korea gesehen habe! Was umso tragischer ist, da Korea wirklich tolle Regisseure hat.

    Aber dieses Ding ist nur eine einzige lächerliche Zumutung...und die positiven Kritiken komplett unverständlich (zumindest mir)!

  • User: Nummer 47744
  • Nummer 47744 15.03.2007 | 18:30:45

    ach was, der film ist schon in ordnung. aber der virenparanoia-subplot ist ein einziger großer haufen füller, als satire taugt der film gar nichts. 'die beste monsterhatz seit tremors': sorum wird ein schuh draus.

  • Tomalak 15.03.2007 | 18:33:59
    runner vonn de Gass
    die beste monsterhatz seit tremors
    jep.

    in den Film was anderes rein interpretieren, ist schon ein starkes Stück.
    File under: miese Kritik.

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