
The Return
USA 2006
[R: Asif Kapadia; D: Sarah Michelle Gellar, Peter O’Brien, Sam Shepard; 18.01.]
29.01.2007, 06:00, Text:
Jasper Nicolaisen
Manchmal werden ja durchschnittliche Filme allein durch die Kraft ihrer Bilder doch noch sehenswert. Hier schickt ein routiniertes Drehbuch die Heldin auf der Spur vage vertrauter Schreckensvisionen an die Schauplätze ihrer Kindheit zurück, wo natürlich die traumatische Vergangenheit konfrontiert und bewältigt werden muss. Das Ensemble schlägt sich wacker auf den jeweiligen Positionen als toughe Heldin am Rande des Nervenzusammenbruchs (Gellar), zerknautschter Vater (Sam Shepard) oder dämonisch attraktiver Fremder mit dunkler Vergangenheit (Peter O’Brien). Am Ende taucht noch ein Monster mit Alltagsgesicht auf. So weit, so belanglos.
Nur der Bildsprache gelingt wenigstens für Momente, in kurzen Sequenzen, was Dramaturgie und Akteure nicht erreichen. Sarah Michelle Gellars Flucht durch die zerklüftete Industriebrache von Texas führt geradewegs in ein gotisches Schloss voller Ketten, Haken und rotierender Klingen, das gleichzeitig an den Jahrmarkt aus der Eingangssequenz gemahnt. Kinderzeichnungen deuten traumwandlerisch auf den Ort des Verbrechens, Vergewaltigungsopfer und Karrierefrau verschmelzen im Spiegel, und in der Fremde klopft statt des schwarzen Mannes der Exfreund auf die Schulter. Da wird plötzlich das Trauma als obsessive Wiederkehr verdrängter Bilder sinnfällig, und die Befreiung von der Vergangenheit auch tatsächlich sichtbar. Kein zwingender Film, aber starkes Kino.
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