Catch A Fire

F/GB/ZA/USA 2006

[R: Phillip Noyce; D: Derek Luke, Bonnie Henna, Tim Robbins; 18.01.]

29.01.2007, 06:00, Text: arno raffeiner

Erst traditionelle Tänze, dann kollektives Abshaken zum Disco-Sound von “Hot Stuff” – und nach dem Fest verschärfte Polizeikontrollen. Tödliche Schüsse fallen. So sieht im Jahr 1980 eine Hochzeit auf Südafrikanisch aus. “Hot Stuff”, das wird auch der Deckname von Patrick Chamusso sein, einem schwarzen Raffineriearbeiter, der an dieser Straßensperre noch relativ unbehelligt vorbeikommt, aber später durch falsche Anschuldigungen und Folter zur eigenen Politisierung und schließlich zum African National Congress getrieben wird, der zu der Zeit noch als verbotene Miliz agiert. Regisseur Phillip Noyce zeichnet nach, wie sein Protagonist durch die Umstände und eigenen Erlebnisse geradezu genötigt wurde, den Weg des bewaffneten Widerstands zu gehen. Gerade weil Patrick Chamusso, der Arbeit wegen aus Mosambik nach Südafrika gekommen, so sehr versucht hatte, ein konformistisches Rädchen im System der Apartheid zu sein und, wie er selbst sagt, seinen Kopf stets geduckt zu halten, weiß er um die verwundbaren Punkte der Macht.
Hollywooderprobt und in Sachen Doku-Drama mittlerweile ein Experte (siehe auch seinen letzten Film “Rabbit-Proof Fence”), findet Phillip Noyce die richtige Form für diesen Stoff zwischen Massenappeal und politisch engagierter Geschichtsaufarbeitung. “Catch A Fire” erzählt eine wahre Geschichte aus der gar nicht so lange vergangenen Zeit, als das Wort “Bombenanschlag” noch in einem Satz mit dem Wort “Befreiungskampf” vorkommen konnte.





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