Lady Snowblood 2 – Love Song Of Vengeance

J 1974

[R: Toshiya Fujita; D: Meiko Kaji, Kazuko Yoshiyuki, Juzo Itami; Rapid Eye Movies]

29.01.2007, 06:00, Text: Martin Riemann

Schon als Kind wird Lady Snowblood (Meiko Kaji) gnadenlos darauf abgerichtet, die Vergewaltigung ihrer Mutter und den Mord an deren Kleinfamilie zu rächen. Den zermürbenden, mit Blutgeysiren und abgetrennten Körperteilen verzierten Rachefeldzug hat die schweigsame Dame namens Yuki bereits im ersten Teil erfolgreich durchgezogen. Was ist ihr Ziel im Sequel? Sie hat keins! Es hat sich ausgerächt. Die ganze abartige Quälerei hat bereits ihren Zweck erfüllt und eine ausgebrannte Heldin hinterlassen. Lady Snowblood ist auf der verzweifelten Suche nach dem echten Leben, doch sie hat nur morden gelernt und findet keinen Platz in der Gesellschaft der Meiji-Ära. Das machen sich einige nationalistische Geheimdienstler zu Nutze, die sie davon überzeugen können, zum Wohl ihres Landes den sozialistischen Gelehrten Ransui (dargestellt von Tampopo-Regisseur Juzo Itami!) auszuspionieren. Dieser entpuppt sich jedoch als ein grundguter und sexbesessener Bücherwurm, der Yuki schnell davon überzeugt, dass die wahren Verbrecher an den strategisch wichtigen Machtpositionen sitzen und durch einen Brief, der sich in seinem Besitz befindet, gestürzt werden können.
Aus dieser abenteuerlichen Konstellation generiert Toshiya Fujita erneut ein unwiderstehliches Pandämonium, in dem sich fast alle Ingredienzen des ersten Teils wieder finden. Das emotionslose Schlitzen und Hacken von Lady Snowblood ist zwar etwas zurückgenommen, dafür wird von anderer Seite umso ausgiebiger gefoltert, verstümmelt und intrigiert. Die Bösewichter sind diesmal noch niederträchtiger als Yukis ehemalige Kontrahenten, besonders ihr stummer Scherge ist von exquisiter Gemeinheit, und es gibt, für die empfindsameren Seelen unter uns, sogar eine tragische Lovestory, die selbstverständlich so übel endet, wie man es sich als leidensbejahender Kaji-Fan nicht anders wünschen sollte. Reinen Actionfreunden dürfte der Polit-Plot von “Lady Snowblood” etwas zu komplex sein, aber wer den Vorgänger wegen seiner abstrusen Charaktere und der stilsicheren Bildsprache geschätzt hat, wird auch hier nicht enttäuscht werden.







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aus Intro #146 (Februar 2007)
 
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