Gespenster

Projektor 2006

03.01.2007, 11:50, Text: arno raffeiner

Vielleicht sind Gespenster nichts anderes als das: Menschen, die nicht zur Ruhe kommen können. In Christian Petzolds viel gelobtem Spielfilm will eine Mutter in jeder jungen Frau zwanghaft ihre vor Jahren als Kleinkind entführte Tochter erkennen. Von ihrem Trauma umgetrieben wird sie dadurch selbst zu einer geisterhaften, unwirklichen Gestalt. Während sie ganz im Gestern lebt, fehlt der jungen Nina als Waise ein Teil ihrer Vergangenheit. Schüchtern und misstrauisch sehnt sie sich doch nach Nähe und klammert sich an die unstete Toni, die als Tagediebin durch Berlin streift; getrieben, verloren und gespenstisch auch sie.

Christian Petzold baut keine wirkliche Story um diese drei Figuren, sein Film funktioniert allein durch Andeutungen und Stimmungen. So wird »Gespenster« zur filmischen Meditation über unbehauste Traumgestalten. AR

D 2005 R Christian Petzold Piffl Medien / Good Movies


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