Caché

Projektor 2006

03.01.2007, 11:40, Text: Sascha Seiler

Michael Haneke ist einer der großen Provokateure des modernen europäischen Kinos, der den Finger in die Wunde legt, bis es richtig schmerzt. Man erinnert sich noch mit gemischten Gefühlen an seine Gewaltorgie »Funny Games« und die brutale Psychostudie »Bennys Video«. Doch immer war Michael Haneke vor allem ein Kritiker der modernen Medien, der Sensationslust im Fernsehen und der seelischen Grausamkeiten, welche die Möglichkeit des selbsthergestellten Videos mit sich bringen kann. In »Caché« nimmt er sich das Internet als Hort des Bösen vor, um eine entmenschlichte Welt zu präsentieren, in der das Individuum nur noch Teil einer Maschinerie ist, die Innerstes offenlegt, und es keine Geheimnisse, mehr geben kann, ergo die Individualität zum Scheitern verurteilt ist.

Ein zu Recht mehrfach ausgezeichnetes Meisterwerk. SaS

F/AT/D/I 2005 R Michael Haneke Eurovideo

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