The Virgin Suicides

Projektor 2006

06.12.2006, 15:50, Text: Alexander Dahas

Laut Edgar Allen Poe ist eine schöne, junge und tote Frau das Poetischste auf der Welt. Wie poetisch müssen dann erst fünf schöne, junge und tote Frauen sein? Antwort: nicht sehr. Die Romantisierung des Freitods wurde Regienovizin Sofia Coppola damals aber tatsächlich vorgeworfen, die größtenteils hässlichen, alten und lebendigen Kritiker waren aber auf dem falschen Dampfer. Das Sterben war nämlich schon immer ästhetisch bunt, und der beinahe pa-rodistisch bernsteinfarbene Zelluloidgloss übertünchte mitnichten das Dunkel der Seele. Im Gegen teil: Was es über Jugendsuizid, Pubertätstraumata und Lebensmüdigkeit zu sagen gibt, wird geflüstert.

An die Abwesenheit des erklärenden Subtextes musste man sich natürlich erst gewöhnen, aber ansonsten ist »Virgin Suicides« immer noch der kälteste Film mit den wärmsten Bildern. AD USA 1999 R Sofia Coppola Capelight / Al!ve


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