
Loop Pool Ping Pong
D 2006
20.11.2006, 06:00, Text:
Sascha Seiler
Das Prinzip des endlosen Bandes, der Unendlichkeit, basiert teilweise auch auf dem Konzept der ewigen Wiederholung. Die Determination, dass es nur eine finite Anzahl an Möglichkeiten gibt, aber kein definitives Ende, ist eines der Grundprinzipien des Universums und der Dialektik von Zeit und Raum. Dass nun gerade die Videokunst das geeignete Medium ist, dieses Konzept von Unendlichkeit durch Repetition adäquat umzusetzen, leuchtet ein. Und so ist “Loop Pool Ping Pong” – ein vom Internationalen Kurzfilmfestival Oberhausen in Auftrag gegebenes Projekt – eine Studie über das Prinzip der unendlichen Wiederholung unter Zuhilfenahme des Tape-Loops (der im Zeitalter digitaler Kameratechnik selbstredend nicht mehr als solcher bezeichnet werden kann). Die 62 Filmemacher zeigen Situationen, die sich wiederholen; mehr nicht, aber auch nicht weniger, denn einige Einfälle sind wunderbar umgesetzt. So etwa Anna Bergers Liebesszene im Wald, die wir von Anfang bis Ende verfolgen und doch immer wieder vergeblich einen Nullpunkt suchen. Der den Verkehr durchwinkende junge Mann von Sylvie Bouisseau und Frank Westermeyer. Und vor allem: die Überlagerung der Figuren in Daniel Burkhardts Beitrag, bei dem Raum und Zeitkonzepte aufgrund fehlender Kongruenz der Zahlenlogik – sehen wir nun einen, zwei oder drei Menschen? – durcheinandergeraten. Kein Film zum gemütlichen Anschauen, sondern ein bewusst ins Unendliche zielendes Videokunstprojekt, das größtenteils überzeugt.
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