
The Bird People In China & Demon Pond
J 1998 & J 2004
23.10.2006, 06:00, Text:
Uwe Buschmann
Er kann auch ganz anders. Der japanische Massen-Zelluloid-Vernichter Takashi Miike, der schon mal gerne einen Yakuza am Metzgerhaken baumeln lässt oder Tausende von Akupunkturnadeln in einen menschlichen Körper steckt, hat auch eine poetische und formal bildungsbürgerlich geprägte Seite. Die lebt er ab und an in seinen Filmen aus. Sein Film “The Bird People In China” ist ein fast klassisches Roadmovie. Ein Geschäftsmann, der die Rentabilität einer abgelegenen Jademine prüfen soll, trifft auf einen cholerischen Yakuza, und beide landen bei den “Vogelmenschen”. Sie entdecken die Freuden des Landlebens und auch eine Frau, die den Kindern des Ortes das Fliegen beibringt. Sie verlängern ihren Aufenthalt im Paradies und verlieren sich fast ganz im Zauber von Stadt, Land, Fluss.
“Demon Pond” dürfte für Eingeweide fressende Miike-Fans die noch größere Überraschung sein: Es ist ein Theaterstück, das auf einer Theaterbühne gefilmt wurde. Es geht um einen Dämonenteich, eine schwere Dürre, den Hüter eines Glockenturms, die Drachengöttin und eine drohende Flutwelle. Die Inszenierung besticht durch fabelhafte Kostüme und ein extrem karges Bühnenbild. Wer glaubt, mit Lars von Trier und den ersten beiden Teilen seiner Amerika-Trilogie schon das Ende der Fahnenstange in Sachen Kino-Minimalismus gesehen zu haben, wird hier definitiv eines Besseren belehrt.
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