
The House Is Burning
D 2006
[R: Holger Ernst; D: Harlez Adams, John Diehl, Erik Jensen; 16.11.]
23.10.2006, 06:00, Text:
Martin Büsser
Es ist schon eigenartig, dass ausgerechnet ein deutscher Regisseur für sein Spielfilm-Debüt in die USA reisen und mit amerikanischen Schauspielern arbeiten musste, um am Ende einen Film abzuliefern, der demonstrieren will, wie niederträchtig, ungebildet und brutal die Menschen in den USA sind. Das Prinzip “Manderlay” scheint Schule zu machen: europäische Filmemacher, die glauben, den Amerikanern ihre eigenen Fehlleistungen erklären zu müssen. Dabei können das die amerikanischen Regisseure viel besser. Holger Ernsts Film über eine Gruppe Teenager in den als öde verrufenen Subburbs, die nichts als Sex und Drogen im Kopf haben, lehnt sich in beinahe schon penetranter Weise an die Vorbilder Larry Clark und Harmony Korine an. Ständig hat man das Gefühl, einem Mix aus “Gummo” und “Ken Park” beizuwohnen, der sich sklavisch an den Originalen orientiert. Die Mischung aus Spielfilm im “White Trash”-Milieu und Super-Acht-Aufnahmen zu Beginn des Films zitiert “Gummo” nicht nur, sondern plündert dessen Ästhetik schamlos. Im Gegensatz zu Korines Filmen und Drehbüchern fehlt es Ernst jedoch an Humor, aber auch an versöhnlichen Momenten. Bei ihm ist alles einfach nur kaputt, die Teenager sind es ebenso wie ihre Eltern, der Staat taucht nur noch medial als gigantische Militärmaschinerie auf. Ganz schön schlimm, die USA, ihre Waffengesetze, ihr Bildungsdefizit, ihre Kulturlosigkeit. So lautet in etwa die “moralische” Botschaft dieser Außenansicht auf Amerika, die vorgibt, Innenansicht zu sein. Das braucht hier niemand, denn der größte Dreck findet immer noch vor der eigenen Haustür statt.
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