
Saw 2
USA 2005
[R: Darren Lynn Bousman; D: Tobin Bell, Shawnee Smith, Donnie Wahlberg; Kinowelt]
21.08.2006, 12:02, Text:
Cay Clasen
Wer hat sich nicht schon lange gefragt, wie es wohl wäre, aufzuwachen und seinen Kopf dabei in einer Art zum Helm umgebauten Bärenfalle zu haben? Eben. Allen anderen hilft Autor und Regisseur Darren Lynn Bousman dabei, u. a. diese Wissenslücke zu schließen. Sein Regiedebüt ist dem Gespür zweier bis 2004 weitestgehend unbekannter Australier zu verdanken, denen es damals mit “Saw” gelang, dem in seichten Teenie-Slasher-Gewässern dümpelnden Horror-Genre neuen Atem einzuhauchen. “Saw” vereinte kranke Ideen mit relativ überraschenden Storywendungen, und da dem winzigen Budget von etwa 1,2 Millionen Dollar nicht nur ein Riesengewinn an Kinokassen und aus der DVD-Verwertung gegenüberstand, sondern zudem eine große Fangemeinde gewonnen wurde, konnte ein Sequel nicht allzu lange auf sich warten lassen.
Ein Jahr nach dem spurlosen Verschwinden Jigsaws (Tobin Bell) geht das technisch ausgeklügelte Mörderspiel wieder los. Die Polizei findet nicht nur das Opfer der oben angesprochenen Bärenfallenmaske, sondern auch zahllose Hinweise, die schon bald zur Festnahme Jigsaws führen. Schnell allerdings wird klar, dass der Fahndungserfolg nur den Ausgangspunkt eines neuen Spiels markiert.
Der todkranke Killer möchte ein letztes Mal seinen Rätselfetisch ausleben, diesmal mit Hilfe der Polizei. Hier kommt Detective Eric Matthews (Donnie Wahlberg) ins Spiel. Das wandelnde Film-Cop-Klischee ist auf speziellen Wunsch des Psychopathen dabei, und das aus gutem Grund. So hat Jigsaw dessen Sohn zusammen mit sieben anderen Personen in ein Haus gesperrt, in dem sie nun von Kameras und Polizei beobachtet um ihr Leben kämpfen müssen. Als besonderer Clou wurden sie zuvor einem Nervengas ausgesetzt, sodass ihnen nur zwei Stunden bleiben, um versteckte Hinweise zu entschlüsseln und der Todesfalle zu entkommen. Während die Gefangenen, darunter die Überlebende des ersten Teils, Amanda (Shawnee Smith), nun nach und nach in die Fallen tappen, entpuppt sich Jigsaw im von ihm erbetenen Gespräch mit Matthews als Darwinist. Ihm geht es letztlich darum, den Überlebensinstinkt wieder zu wecken und die menschliche Natur der Gefangenen sowie auch von Matthews zu testen.
Da die Charaktere recht eindimensional bleiben, wartet der Zuschauer unter Rückgriff auf den ersten Teil nur auf den entscheidenden Plot-Twist. Hierbei wird man nicht gänzlich enttäuscht, wenn die Überraschung auch verhältnismäßig klein ausfällt. Für Genrefans ist “Saw II” aber zweifelsfrei unterhaltsam, und so lässt sich auch der Verleih nicht lumpen und bringt gleich drei Versionen für jeden Geldbeutel und Magen auf den Markt. Empfehlenswert ist die “Collector’s Edition” mit jeder Menge Nerd-Spielkram und Bonusmaterial.
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