Match Point

USA 2005

[R: Woody Allen; D: Scarlett Johansson, Jonathan Rhys-Meyers, Bian Cox; Paramount]

21.08.2006, 11:54, Text: Oliver Minck, Oliver Minck

Nachdem man Woody Allen schon auf dem absteigenden Ast wähnte, meldete sich der Chef-Neurotiker des Autorenkinos Anfang des Jahres zurück mit einem der sowohl künstlerisch wie kommerziell erfolgreichsten Filme seiner langen Karriere. Für “Match Point” verordnete Allen sich selbst Leinwandabstinenz und verlagerte die Handlung von New York nach London – ein krasser Tabubruch. Die eigentlich aber wichtigste Neuerung: “Match Point” besteht, im Gegensatz zu vielen von Allens Vorgängerfilmen, nicht größtenteils aus hochunterhaltsamem Psychogeschwafel und anderen Verbaleskapaden, der Film besticht zuallererst durch seine genial konstruierte, mit allen Wassern des teuflisch-fiesen Psycho-Entertainments gewaschene Handlung: Chris ist ein Emporkömmling, ein ehemaliger Tennisprofi, der sich als Tennislehrer in die Londoner High Society einschleusen will.


Er schließt Freundschaft mit seinem reichen Schüler Alec, bandelt an mit dessen Schwester und wird urplötzlich zum Ziehsohn einer einflussreichen Upper-Class-Familie. Das Problem: Chris verguckt sich in Nola, die Verlobte seines neuen besten Freundes, eine zum Leidwesen von Alecs Eltern erfolglose, verrucht-sinnliche amerikanische Schauspielerin. Ein Spiel auf Messers Schneide. Denn eigentlich muss Chris sich entscheiden: für sein neues Leben als reicher Schnösel oder für seine leidenschaftliche Liebe zu Nola. Die Art und Weise, wie Chris das Problem zunächst einmal gar nicht und schließlich dann doch löst, treibt einen als Zuschauer an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Ein herrlich gemeiner Film mit einer hinterlistigen Moral: Das Glück ist auf der Seite der Bösen.



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