
Durst
S 1949
[R: Ingmar Bergman; D: Birger Malmsten, Birgit Tengroth, Hasse Ekman, Mimi Nelson; Kinowelt]
17.07.2006, 08:00, Text:
Uwe Buschmann,
Uwe Buschmann
Ingmar Bergman macht „Kopffilme“, die in ihrer kalten Konsequenz nun wirklich nicht gerade mit dem Herz gemacht scheinen. Auch oder gerade, wenn es in den Filmen um Liebesbeziehungen geht. Aber es sind keineswegs Filme nur für den Kopf, die ihre Wirkung erst nach eingehender Analyse erzielen würden. Im Gegenteil: Die dargestellten Schicksale treffen einen unmittelbar und meist mitten ins Herz. „Durst“ ist ein ziemlich früher Bergman-Film, den man durchaus als eine Art zaghaftes, cineastisches Vorspiel zu seinen späteren Filmen „Mein Sommer mit Monika“ oder „Szenen einer Ehe“ ansehen kann. Es geht um die langsame Zerstörung einer Ehe, die vermutlich einstmals glücklich begann.
Der Film, den Ingmar Bergman nach einer Sammlung Kurzgeschichten drehte, gehört nicht zu seinen ganz großen Meisterwerken. Er besitzt nicht die formale Strenge, die manch spätere Filme wie beispielsweise „Persona“ beherrschte und so hypnotisch machte. Aber es ist durchaus spannend, hier und fortan einen fabelhaften Regisseur in und mit seiner Filmkunst ständig wachsen zu sehen.
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