
Moolaadé – Bann Der Hoffnung
SN/F/BF/CAM/MA/TN 2004
[R: Ousmane Sembène; D: Fatoumata Coulibaly, Maimouna Hélène Diarra, Salimata Traoré; 11.05.]
24.04.2006, 17:41, Text:
Calle Claus,
Calle Claus
Der neue Film des senegalesischen Regisseurs Ousmane Sembène ist eine Parabel über die afrikanische Tradition der Beschneidung junger Mädchen und den mutigen Kampf einer Frau gegen die barbarische Praxis der genitalen Verstümmelung. In einem kleinen Dorf suchen vier Kinder Schutz bei der jungen Collé (Fatoumata Coulibaly), die schon ihre eigene Tochter vor der grausigen Tradition bewahrt hat. Sie beruft sich auf den mythischen Brauch des “Moolaadé” und erschafft durch das Spannen eines farbigen Bandes vor der Tür ihrer Hütte einen symbolischen Schutzraum, der durch keinerlei menschliche Gewalt erschüttert werden darf.
Ousmane inszeniert sein Lehrstück optisch brillant und überbordend mit afrikanischen Drumsounds. Dass das Ganze darstellerisch mitunter an ungelenkes Schülertheater erinnert, steigert nur den Reiz des Films, der dann in seiner genialen Schlusssequenz gipfelt: Dem Straußenei, das schon seit 150 Jahren auf dem höchsten Turm der Dorf-Moschee thront, wird das Bild einer riesigen in den Himmel ragenden Antenne gegenübergestellt. Die Aufklärung siegt, und die Frauen grooven sich zur finalen Freudenfeier ein. Der Macher dieses ebenso großartigen wie wichtigen Films ist übrigens gerade 84 geworden. Hut ab!
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