
Männer, Helden, Schwule Nazis
D 2005
[R: Rosa von Praunheim; Absolut Medien]
24.04.2006, 08:00, Text:
Martin Büsser,
Martin Büsser
Schwule Nazis sind eigentlich ein Paradox: Zu der Zeit, die sie herbeisehnen, wären sie selbst ins KZ gekommen. Deutschlands berühmtester schwuler Regisseur, Rosa von Praunheim, spürt diesem Paradox nach und wird an vielen Stellen fündig: Von SA-Führer Ernst Röhm über den an Aids gestorbenen Neonazi Michael Kühnen führt sein Weg bis zu Bernd Ewald Althans, ehemals Holocaust-Leugner, der heute schwule Partys in Berlin organisiert. Doch obwohl Praunheim glaubt, dass dieser Film für einige Zuschauer schockierend sein könnte, deckt er eigentlich nur auf, was schon längst kein Geheimnis mehr ist: Rechte Organisationen neigen zu Körperkult und Männerbünden, die deshalb nach außen hin besonders homophob auftreten, weil die Beteiligten insgeheim um ihre schwule Struktur wissen.
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