Gefahr Aus Dem Weltall, Tarantula, Die Unglaubliche Geschichte Des Mister C

USA 1953-57

30.03.2006, 11:16, Text: Martin Riemann, Martin Riemann

 

Jack Arnold war mit Sicherheit einer der stilprägenden Genre-Regisseure der 50er-Jahre. Sein Einfluss zieht sich bis in unser heutiges Bild des Science-Fiction-Kinos. Er war der Meister des Paranoiafilms, in dem die Urangst der amerikanischen Bevölkerung vor den Kommunisten einerseits und die Furcht vor einem rasend schnellen Fortschritt andererseits thematisiert wurde. Durch seine routinierte, Kosten sparende Arbeitsweise, gepaart mit einem Sinn für Atmosphäre und visueller Fantasie, gelangen ihm einige Klassiker des Genres.

In "Gefahr Aus Dem Weltall" nimmt er sich des damals beliebten Doppelgängermotivs an.

Ein Journalist entdeckt einen vermeintlichen Meteoriten und stellt fest, dass es sich um das Raumschiff von Außerirdischen handelt. Nachdem ihm zunächst niemand glaubt, häufen sich unheimliche Geschehnisse, wobei sich herausstellt, dass die Aliens in der Lage sind, die Gestalt anderer Menschen anzunehmen, um ihre Zwecke zu verfolgen. Gerade in der Darstellung der Duplikate gelingen Arnold einige wirklich sinistre Momente, und seine Fähigkeit, aus der Not eine Tugend zu machen, kommt hier dadurch zum Ausdruck, dass ihm seine beklemmendsten Bilder am billigsten Drehort, nämlich in der Wüste, gelingen.

Dort spielt sich auch fast die gesamte Handlung des Films "Tarantula" ab, in dem ein wohlmeinender Wissenschaftler eine Art Supernahrung für die wachsende Weltbevölkerung entwickelt, die leider zu monströsem Riesenwuchs, Wahnsinn und Tod führt. Nachdem die Assistenten des Forschers das Serum an sich selbst austesten und durchdrehen, macht der Doktor Bekanntschaft mit seiner eigenen Erfindung und mutiert zum Monster. Gleichzeitig entkommt eine bereits behandelte Tarantel aus dem Labor, wächst zu Hochhausgröße und terrorisiert die Autofahrer der näheren Umgebung. Der Moment, in dem der "vergiftete" Wissenschaftler erwacht und erschrocken sein deformiertes Gesicht in die Kamera hält, ist legendär und muss in Zeiten, in denen Atombombentests an der Tagesordnung waren, ziemlich schockierend gewesen sein. Durch eine dicke Bombe (abgeworfen von Clint Eastwood!) wird dem Ungetüm dann übrigens auch Einhalt geboten.

Die Spitze des Verfolgungswahns erreichte Arnold allerdings mit einem Film, der sich nur im trauten Heim eines Durchschnittsbürgers abspielt. "Die Unglaubliche Geschichte Des Mister C" lässt die Hauptfigur den absoluten Alptraum erleben: deren gewohnte Umwelt verwandelt sich in etwas vollkommen Feindseliges, Gefährliches. Dazu lässt Arnold seinen Helden in einen merkwürdigen Nebel geraten, der ihn langsam immer weiter schrumpfen lässt. Nachdem ihn seine Frau zunächst in einem Puppenhaus untergebracht hat, wird er von seiner Katze in den Keller gejagt, wo er Bekanntschaft mit einer aufdringlichen Vogelspinne macht. Grant Williams Schrumpfungsprozess wird auf grandiose Weise mit riesenhaften Bauten von Einrichtungsgegenständen erreicht, die unsere Welt zu einem ziemlich surrealen Ort werden lassen. Drei Filme, die den Meister in Hochform zeigen und die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Gefahr Aus Dem Weltall
USA 1953
R: Jack Arnold; B: Harry Essex; D: John Putnam, Ellen Fields; Extra: Kommentar von Tom Weaver

Tarantula
USA 1955
R&B: Jack Arnold; D: John Agar, Mara Corday, Leo G. Carroll

Die Unglaubliche Geschichte Des Mister C
USA 1957
D: Jack Arnold; B: Richard Matheson; D: Grant Williams, Randy Stuart; alle Universal Pictures



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aus Intro #137 (April 2006)
 
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