
F Wie Fälschung
F/D/IR 1973-75
27.03.2006, 16:02, Text:
Markus Keuschnigg,
Markus Keuschnigg
R: Orson Welles; D: Orson Welles, Elmyr de Hory, Clifford Irving, Oja Kodar; Kinowelt
Am Anfang steht Welles als Zauberkünstler Orsino auf einem Bahnsteig, verwandelt vor den Äuglein eines Buben einen Schlüssel in Geldmünzen und referiert dazu, dass ein Zauberer nur ein Schauspieler ist, der einen Zauberer spielt. Orson Welles' \"F Wie Fälschung\", entstanden in den frühen 70er-Jahren, ist komplexer und augenzwinkernder Höhepunkt seines zunehmend essayistischen Spätwerks und zugleich sein letztes abgeschlossenes Projekt.
Wie in vielen seiner TV-Arbeiten führt \"your obedient servant\" als Conferencier durch dieses Querverweis-Labyrinth, dessen erste Hälfte den berühmten Kunstfälscher Elmyr de Hory fokussiert.
Welles' persönlicher, ästhetisch dennoch distanzierter Film entfaltet seine volle Wucht erst im Tandem mit der Dokumentation \"Orson Welles - The One Mand Band\", die ebenfalls auf der DVD enthalten ist. Darin öffnet die verwitwete Kodar die Tresore im Xanadu'schen Alterssitz von Welles und fördert des Meisters unbeendete Projekte von \"Don Quixote\" bis \"Moby Dick\" zu Tage. Allesamt quintessenzielle Artefakte eines missverstandenen Genies, eines Zauberers, dessen Tricks durchschaut wurden.
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