
Tim Burton’s Corpse Bride
USA 2005
03.03.2006, 16:29, Text:
Oliver Minck,
Oliver Minck
R: Tim Burton, Mike Johnson; Warner
Die Story von \"Corpse Bride\" spielt im England des 19. Jahrhunderts: Der schmächtige Victor Van Dort soll mit Victoria Everglot verheiratet werden. Eine Zweckhochzeit, von der sich die Eltern Profit versprechen. Tatsächlich finden die beiden Sprösslinge Gefallen aneinander. Doch als Victor im dunklen Wald für die Hochzeitszeremonie übt und seinen Ring an einen knochigen Ast steckt, wird er schlagartig ins Reich der Toten gebeamt - und findet sich wieder als Ehemann von Corpse Bride, einer blau angelaufenen Zombie-Braut, die schon seit langem sehnsüchtig auf den guten Victor gewartet zu haben scheint.
Die Puppen hatte Tim Burton ja 1993 schon einmal in seinem \"Nightmare Before Christmas\" tanzen lassen. Erneut setzt der Regisseur nicht primär auf digital designte Bilderwelten, sondern - ganz die alte Puppentrick-Schule - auf dreidimensionale, reale Sets. Ob Burton mit Puppen oder mit Menschen aus Fleisch und Blut arbeitet - so einen großen Unterschied macht das am Ende nicht. Bei seinen fantasievollen Märchen handelt es sich schließlich immer um Hybride aus Realem und Künstlichem. Burton kann aus Menschen Puppen machen und vice versa. Die Figuren in \"Corpse Bride\" sind jedenfalls derart liebevoll in Szene gesetzt, dass man an ihrer Menschlichkeit keine Sekunde lang zweifelt. Burton treibt die Charaktere und vor allem die Physiognomie seiner Figuren lustvoll auf die Spitze, mit Mut zu allen erforderlichen Unansehnlichkeiten.
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