
Falling Into Paradise
D/YU/NL/F 2004
24.10.2005, 15:57, Text:
Oliver Minck,
Oliver Minck
R: Milos Radovic; D: Lazar Ristovski, Branka Katic, Simon Lyndon; 27.10.
Das Monopol auf rabenschwarzen Balkan-Slapstick mit Galgenhumor hat ja eigentlich Emir Kusturica. Jetzt bekommt er Konkurrenz von Milos Radovic, der auf ähnlich überzeichnete Figuren setzt und ordentlich Rambazamba auf der Leinwand veranstaltet: \"Falling Into Paradise\" spielt im Belgrad des Jahres 1999. Serbien ist abgeschnitten vom Rest der Welt, die Hauptstadt steht unter dem Bombenhagel der Alliierten. Der cholerische Familienpatron und Schwarzmarktkönig Lubi hält mit seiner alten Mama, seiner jüngeren Schwester Dusha und deren zehnjähriger Tochter die Stellung.
Radovic hat ein gutes Händchen für Timing und vermag es, auf ganzer Strecke für kurzweiliges Entertainment zu sorgen. Hübsch ist auch die Idee, den Film wie eine Art Kammerspiel aufzuziehen, das zu großen Teilen auf dem klar begrenzten Raum der Dachterrasse vonstatten geht: Die Protagonisten betreten und verlassen die \"Bühne\" wie im Theater. Es fällt jedoch nicht leicht, darüber hinwegzusehen, dass den Figuren allesamt etwas arg Abziehbildhaftes innewohnt. Klar soll hier bewusst mit Klischees gespielt werden. Wenn die Klischees aber nicht mehr so richtig kicken wollen, hat man ein Problem.
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