
Serenity
USA 2005
24.10.2005, 15:45, Text:
Sascha Seiler,
Sascha Seiler
R: Joss Wheadon; D: Summer Glau, Adam Baldwin, Gina Torres; 24.11
Nachdem Joss Wheadon, Schöpfer der wunderbaren \"Buffy\"- und \"Angel\"-TV-Serien, mit seinem neuen Fernsehprojekt \"Firefly\" nach 15 Folgen recht unsanft vor dem Aus stand, hatte man das auf den ersten Blick recht krude Konzept eines TV-Sci-Fi-Westerns als spinnerte Idee eines vom Erfolg geblendeten großen Kindes abqualifiziert. Als sich die DVD-Box mit der längst abgesetzten Serie jedoch in kosmischen Mengen verkaufte, nutzte Wheadon recht schlau die Gunst der Stunde und machte einen Deal für die Verfilmung von \"Firefly\" klar. Lediglich der Name des Werks wurde in \"Serenity\" - so heißt das Raumschiff der Raumpiratencrew, die im Mittelpunkt der Handlung steht - umgewandelt, damit die Flop-Assoziationen nicht sofort aufkommen würden.
Ob der Film bei allen Vorschusslorbeeren von Seiten Tausender Wheadon-Fan-Foren, die diesen Film im Grunde erst ermöglicht haben, und bei aller angebrachten Vorsicht der Filmkritik etwas taugt, ist im Grunde eine nicht zu beantwortende Frage. Wheadon schafft es, seine weiblichen Charaktere auf Filmlänge bzw. -kürze zu straffen, ohne dass sie viel von dem für seine TV-Serien typischen Charme verlieren. Andererseits zeigt sich wieder, dass Wheadon eklatante Schwächen bei der Charakterisierung männlicher Figuren hat. Die Story ist gewohnt spannend, verliert gegen Mitte an Tempo und kommt am Ende sehr leichtfüßig moralisch daher. Auch dies erinnert an die Fernsehversionen von Wheadons Universen. Natürlich ist eine mystisch-christliche Ebene der allegorischen Darstellung nicht weit; aufgeladen mit bunt gemischten Metaphern, wird ein Paralleluniversum konstruiert, das aufgrund der ironischen Unterminierung seiner eigentlichen ernsten Aussage stets viel frischer daherkommt als jeglicher \"Matrix\"-Gedankenmüll. Andererseits bleibt einzuwenden, dass der Film als Kino nicht recht funktionieren will. Dass bei einem 110-Minuten-Film andere Plotbedingungen herrschen als im Fernsehen, fällt Wheadon zum Glück erst nach dem gelungenen ersten Drittel ein, dann beugt er sich dem Erzähl- und Klimaxwillen der großen Leinwand. Andererseits wäre eine unstringente Narrative mit lauter offenen Handlungssträngen (wie man sie bei guten TV-Serien zu schätzen weiß) für das Durchschnittspublikum allzu verwirrend gewesen. Jedoch ist Wheadons Wille, die Narrativen von Kino und Fernsehen zu verbinden und einen gemeinsamen Nenner zu finden, unverkennbar. Und solange er in der Nachfolge der furchtbar vermissten \"Buffy\"-Charaktere Schauspielerinnen wie die wunderbare Summer Glau präsentiert, darf er auch gerne so weitermachen.
Artikel kommentieren
Mehr Infos
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen
Social Network Login

Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
DVD-EMPFEHLUNGEN
- » A Beginner’s Guide To Endings...
- » Night Of The Living Dead - Wi...
- » Misfits - Die erste Staffel
- » Ashes To Ashes - Byzantinisch...



