
Bin-Jip
Golf und Gespenster
19.07.2005, 16:51, Text:
Calle Claus,
Calle Claus
\"Die Insel\" machte Kim Ki-duk vor fünf Jahren zum Liebling aller europäischen Filmfestivals. Liebe tut weh, schien der Film zu sagen, besonders wenn in ihrer speziellen koreanischen Variante Angelhaken ins Spiel kommen. Als dann der meditative Nachfolger \"Frühling, Sommer, Herbst, Winter Und ... Frühling\" in die Kinos kam, sahen viele den Regisseur ob der zunehmend stilisierten Symbolhaftigkeit seiner opulenten Bilder schon leicht besorgt zu einer Art Zhang-Yimou-Epigonen mutieren. Würde als Nächstes ein koreanisches \"Hero\"-Remake folgen?
Vielleicht teilte Kim diese Sorge, denn er entschied sich fortan für eine schnellere Arbeitsweise.
Das fulminante Schlussdrittel zeigt dann die seltsamste ménage à trois der Filmgeschichte: Drei leben unter einem Dach, doch nur zwei sind eingeweiht. Wer hier aus Fleisch und Blut und wer Gespenst ist, lässt sich nicht mehr sicher klären, zumal der Regisseur mit der genialen letzten Einstellung des Films zusätzlich für Verwirrung sorgt. Erneut ein rätselhaftes Meisterwerk von einem der interessantesten Regisseure unserer Zeit.
Bin-Jip
ROK/J 2005
R: Kim Ki-duk; D: Lee Seung-yeon, Jae Hee, Kwon Hyuk-ho, Ju Jin-mo; 11.08.
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