
Ein Z Und Zwei Nullen
GB/NL 1985
18.07.2005, 16:01, Text:
Martin Büsser,
Martin Büsser
R: Peter Greenaway; D: Andréa Ferréol, Brian Deacon, Eric Deacon, David Attenborough; Kinowelt / Arthaus
&
Der Kontrakt Des Zeichners
GB 1982
R: Peter Greenaway; D: Neil Cunningham, Lynda La Plante, Suzan Crowley, Alastair Cummings; Kinowelt / Arthaus
Peter Greenaway war ursprünglich bildender Künstler. Kritiker haben seinen Filmen oft vorgeworfen, dass es sich bei ihnen um intellektuelle Konstrukte handele, die wie Versuchsanordnungen wirken. Gleichzeitig ist es aber auch möglich, sich Greenaways Filmen über dessen Vorliebe für die bildende Kunst, vor allem für das Barock, zu nähern. Alles basiert hier auf einer strengen Ordnung, einem fast besessenen Drang nach Schönheit und Symmetrie, die konstruiert sein mag, zugleich aber doch auch sehr sinnlich ist.
Genau dies ist auch eines der Leitmotive von \"Der Kontrakt Des Zeichners\" (1982), Greenaways wohl berühmtestem Film. Der Landschaftsmaler Neville wird im August 1694 auf einen Herrensitz eingeladen, um dort zwölf Gartenbilder anzufertigen. Neville unterschreibt einen Vertrag, nicht wissend, dass die Vollendung des Auftrags mit seinem Tod besiegelt ist. Der Zuschauer weiß davon ebenso wenig und hält Neville - wie dieser sich selbst - für den souveränen Beherrscher des Geschehens, der den Hausherrn mit dessen Gattin betrügt. Auch in diesem Film spielt die bildende Kunst eine zentrale Rolle: Erste Anzeichen dafür, dass der Maler das Geschehen nicht mehr im Griff hat, zeigen sich an den Motiven, die er zu malen hat. Die penible barocke Ordnung wird durch seltsame Objekte wie eine an die Wand gelehnte Leiter gestört, welche wiederum den Eindruck erwecken, dass sich hier bald ein Verbrechen ereignen wird. Der Betrachter glaubt, in den von Neville gemalten Bildern Spuren zu finden, die das intrigante Spiel auf dem Herrensitz aufdecken können. In Wirklichkeit kann der Filmzuschauer jedoch gar nicht mehr sehen als der Maler selbst - und der tappt geradewegs in seine Falle. So besessen Greenaway selbst von Bildern ist, zeigt er doch, dass Kunst die Wirklichkeit jenseits des Bildes nicht abbilden kann. Die letzte aller Wirklichkeiten, der Tod, hat weder Farben noch Formen. Bevor Neville im Garten erschlagen wird, blenden ihn seine Widersacher. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Maler wie auch der Kinozuschauer von Anfang an blind gewesen sind. Trotz opulenter Aufnahmen gibt Greenaway uns keine Chance, das Bilderrätsel völlig zu lösen.
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