The Big Empty

USA 2003

21.05.2005, 16:05, Text: Michael Saager, Michael Saager

R: Steve Anderson; D: Daryl Hannah, John Favreau, Rachael Leigh Cook; Epix Media

The Big Empty” ist einer dieser Hier-stimmt-doch-etwas-nicht-Filme. Die besseren Filme dieser Sorte stammen von David Lynch, die schlechteren von allen möglichen Regisseuren. Letzteren fehlt meist der Mut zum konsequenten widerlogischen Operieren. Das Gefühl der Unbestimmtheit, der Unsicherheit wird mehr oder weniger rasch an ein erlösendes Ende geführt. Ach so, denkt man dann und lacht erleichtert auf. Ähnlich leicht macht es einem auch “The Big Empty”, Steve Andersons Regie- und Drehbuchdebüt, aber richtig schlecht ist der Film deshalb nicht.

Anderson hat einen durchaus sympathischen, kleinen Film mit skurriler B-Movie-Anmutung gedreht – mehr war allerdings nicht drin, nicht im Geldbeutel der Produktionsfirma, nicht in Andersons Skript; das Drehbuch ist eher einfach gestrickt.

Es ist einer dieser typischen beschissenen Tage im Leben von John Person (John Favreau). Seit der Mann mit dem stabilen, aber knuffig unkantigen Äußeren in zwei Werbespots und einer sofort wieder abgesetzten Sitcom gespielt hat, häufen sich seine Schulden, während er mit letzter Hoffnung auf ein Filmangebot wartet. Immerhin hat John eine einfühlsame Nachbarin namens Grace; von Joey Lauren Adams im ersten Teil des Films mit Sekretärinnenbrille gespielt, was ihre Schönheit etwas verwässern soll. Der Zuschauer ahnt hier aber längst, dass sie noch einen weiteren Auftritt haben wird, wo sie dann die Brille abnimmt: Wow!

Nach meinem Low-Budget-Geschmack wäre ab hier ein Filmverlauf mit lakonischem Humor über genau dieses lausige Schauspieler-Leben angebracht gewesen, aber der Regisseur hatte andere Pläne: Johns überaus strange agierender, kleinwüchsiger Nachbar Neally macht John ein Angebot, dass der, weil er 27.000 Dollar dringend braucht, nicht ablehnen kann. Neally drückt ihm einen blauen Schalenkoffer in die Hand – “Auf keinen Fall aufmachen!” –, und los geht’s in ein tankstellenbetontes Kaff in der kalifornischen Wüste, wo er den Koffer dem mysteriösen “Cowboy” überreichen soll. In der Wüste begegnet John in ungefähr dieser Reihenfolge: einem total durchgeknallten, augenrollenden Motelportier, einer coolen Schönheit von Barfrau (Daryl Hannah), einem pistolenfuchtelnden, eifersüchtigen Liebhaber, der sexy Tochter der Barfrau (Rachael Leigh Cook), einem offensichtlich irren FBI-Mann (overacted von Kelsey “Frazier” Grammer).

Machen wir’s kurz: Mit dem Koffer stimmt was nicht; mit den Menschen sowieso nicht; und schnell hat der Zuschauer kapiert, dass das wohl etwas mit Außerirdischen zu tun haben muss, deshalb ist alles, was folgt, so ungeheuer spannend nicht, da nützen auch die klaustrophobischen Räume nichts. Das Ende ist allerdings undramatischer und etwas unvorhergesehener als erwartet. Erfreulich ist auch, dass wir kein einziges Raumschiff zu Gesicht bekommen. Wofür es zwei Gründe gibt: Erstens war kein Geld für die Dinger da; zweitens geht es in “The Big Empty” gar nicht um Außerirdische, sie sind nur der sprichwörtliche Lift oder die fliegende Metapher für ein neues Leben im Irgendwo.



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