
Code 46
GB 2003
28.02.2005, 12:27, Text:
Julian Weber,
Julian Weber
R: Michael Winterbottom; D: Tim Robbins, Jeanne Balibar, Samantha Morton; 03.03.
Jede Zukunftsvision beginnt in der Gegenwart. Als Michael Winterbottom 2002 sein Flüchtlingsdrama ›In This World‹ drehte, das die Odyssee afghanischer Flüchtlinge von Peshawar bis nach London nachzeichnet, gab es große bürokratische Schwierigkeiten, bis überhaupt Visa für seine afghanischen Darsteller beschafft werden konnten. In Winterbottoms aktuellem Film, dem Sci-Fi-Thriller ›Code 46‹, der in der nahen Zukunft spielt, ist die Frage nach Visa, den so genannten papelles, das zentrale Thema. Die Welt, wie sie Winterbottom hier zeigt, ist strikt getrennt in Haves und Have-Nots, in Innen und Außen.
Es gibt einige unerklärliche Drehungen in der Handlung von ›Code 46‹. Vergleiche mit ›Blade Runner‹ und ›Fahrenheit 451‹ fielen, wirklich angebracht sind sie nicht. Was an der Story und den Figurenzeichnungen bis zuletzt mysteriös bleibt, das macht Winterbottom mit den Stadt- und Landaufnahmen wieder wett. Der On-location-Spezialist inszeniert besonders Shanghai als atemberaubende Metropole, in der Garküchen in Bretterbuden, silbergraue Hochhauskomplexe und postmoderne Fughafenarchitektur in einer Art ewiger Nacht ineinander verschmelzen. Die Menschen sind in funktionalen Wohnparzellen untergebracht. Big Brother ist ein von allen selbstverständlich hingenommener Normalzustand. Das macht Angst und ist schön anzusehen.
Artikel kommentieren
Mehr Infos
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen
Social Network Login

Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
DVD-EMPFEHLUNGEN
- » A Beginner’s Guide To Endings...
- » Night Of The Living Dead - Wi...
- » Misfits - Die erste Staffel
- » Ashes To Ashes - Byzantinisch...



