
Solomon Burke
Live At The North Sea Jazz 2003 (Anti- / SPV)
01.12.2003, 17:49, Text:
Thomas Ritter,
Thomas Ritter
SUBJEKT: Solomon Burke, alles überragender Soulsänger der ersten Stunde, mittlerweile mehrfacher Opa, zudem Bischof einer Pfingstgemeinde, Bestattungsunternehmer, Gospelsänger, Prediger und Patriarch einer Großfamilie, erlebte mit seinem aktuellen, Grammy-gekrönten Album ›Don’t Give Up On Me‹ auf Fat Possum gerade seinen x-ten Frühling.
OBJEKT: Im Rahmen der Konzertreisen für sein Album trat Burke dieses Jahr in Holland auf dem legendären North See Jazz Festival auf. Weil der große alte Mann des Souls mittlerweile durch brutalen Hamburger-Genuss unglaublich massig geworden ist, sitzt er die meiste Zeit, bewegt aber Kopf und Schultern so sexy, als sei er still seventeen.
ORNAMENT: Neben dem Video zu ›None Of Us Are Free‹ mit den Five Blind Boys Of Alabama gibt es noch eine 45-minütige Reportage über Burke, die eigentlich viel interessanter ist als das Konzert. Es zeigt Burke inmitten seiner Familie, beim Predigen, Proben, Aufnehmen und beim Barbecue. Zudem erzählt er von dem Start seiner Karriere, seiner Zusammenarbeit mit Joe Tex und Otis Redding und warum James Brown immer noch sauer auf ihn ist. Und warum er immer so viele Hamburger essen muss. Und warum er sich in den 60ern nicht R’n’B-Sänger nennen durfte.
WAS BLEIBT: Ein tolles Porträt eines beeindruckenden Mannes, der die Soulmusik stärker prägte, als man in Deutschland gemeinhin weiß. Deswegen mussten auch die Holländer ran, um diese überfällige und gelungene Hommage zu produzieren.
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