
Muse
Hullabaloo
25.07.2002, 12:41, Text:
Matthias Hörstmann,
Matthias Hörstmann
SUBJEKT: Kürzlich, 1997. Teignmouth, Devon, England. Matthew, Chris und Dominic spielen sich noch in dingey pubs und dirty basements den Arsch ab. Im nächsten Jahr „verpflichtete“ sie ein A&R und verhalf ihnen zu einer beachtlichen Erfolgsstory. Selbst Madonnas Maverick-Label lud sie zum Showcase. Da haben sie wohl Radiohead gesehen. Gehört sowieso. Das Ergebnis sind Melodramen in modern getunetem Rock mit Brit-Appeal. Genau das Richtige für den Typ „Indie-Mädchen“. Und das können ja auch Jungs sein.
OBJEKT: Oktober 2001. Le Zenith, Paris, Frankreich. Die gefeierte Tour durch ausverkaufte europäische Hallen. Endlich Rock-Star.
ORNAMENT: Die Specials beginnen bei der aufgezeichneten Show. Eine gelungene Liveproduktion erfreut mit Split- und Triple-Screen. „Extreme close-up interactive multi-camera angles“, sagt das Back-Cover. Stimmt. Für die zweite CD wurden 40 Minuten Schnipsel zu einem Roadmovie geschnitten, der den Touralltag dokumentiert. Dazu gibt’s off-stage footage, neue Songs, Fotogalerien und eine interaktive Diskografie.
WAS BLEIBT: Ein ordentliches 90minütiges Live-Set mit Cinescope-Qualitäten, gestylten Protagonisten und großen Gesten. Dazu gleich eine ganze Bonus-CD voller Extras und alles buchstäblich chic verpackt. Das verpflichtet die Fans geradezu zum Kauf. Umstritten bleibt bloß der schmachtend-schwülstige Gesang, der zuweilen an einen Thom Yorke im Stimmbruch erinnert.
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