
Melt! 2010: Die Highlights!
So wars: Das Festival im Rückblick
20.07.2010, 10:43, Text:
Peter Flore,
Carsten Schumacher,
Judith Wiemers, Foto: Stephan Flad
[69 Kommentare]
Wir blicken zurück auf das 13. Melt!: Das ganze Festival im Live-Ticker und ausgesuchte Videohighlights...
So, 21:07 Uhr, Mosquito Bagger
WhoMadeWho schauen versonnen ins Licht des untergehenden Fixsterns und erscheinen mindestens so glücklich, hier oben auf dem Braunkohle-Gigant zu sein wie die auserlesene Handvoll Leute vor ihrer Nase.
Man fotografiert sich gegenseitig, ohne dass die Freude abebbt. Letztlich entschließen sich die drei Musiker mit ihrem improvisierten Equipment hier oben auch ohne Bassdrum zu spielen und übertragen die Aufgabe des tiefen Tritts auf das Publikum, das fortan stampfen bzw. hüpfen soll und ganz offensichtlich keinen müden Gedanken an die Statik oder das Alter dieser "Gigantischen Stahlgiganten" verschwendet. Bilder von diesem Auftritt findet ihr hier. Mit der offiziellen Hymne des Melt! spielen sie dann auch zum Abschluss ihres so kleinen wie fantastischen Sets. So wie wir jetzt übrigens auch diesen Ticker hier mit einem Tusch beschließen.
Fotostrecke:Melt! 2010: Massive Attack, Goldfrapp...
Ab hier jeder für sich selbst, wir stürzen uns kopfüber ins Gewühl und berichten später an dieser Stelle ausführlich über den mighty Rest! Und damit zurück in die angeschlossenen Funkhäuser!
Alle Fotostrecken vom Melt! 2010 findet ihr unter www.intro.de/melt/fotostrecken
So, 20:42 Uhr, Intro Zelt
Damian Abraham, der Sänger von Fucked Up, war gerade eine Minute auf der Bühne, als er sich die Bierdose in seiner Hand an seinem Kopf zertrümmert und ins Publikum stürzt. Oberkörperfrei herzt der beleibte und rückenbehaarte kanadische Extrempunk jeden, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Die Menge stutzt und rastet bald darauf aus. Abraham pogt, Abraham brüllt, Abraham kraxelt den Stahlträger rauf. Punk hat eine Basis hier beim Melt!
So, 20:00 Uhr, Converse Main Stage
Als Sideprojekt vom The Shins-Sänger James Mercer und Brian Burton (Danger Mouse) hat sich mit Broken Bells eine spannende Band formiert, die passend zum Sonnenuntergang verträumten Indierock von der Main Stage hinunterschickt in ein mitlerweile beinahe gediegenes Publikum, das die Musiker arbeiten lässt und die letzten Konzerte dieses aufregenden und ebenso anstrengenden Festivals schlicht und einfach genießt ohne zuviel Körperschweiß und morgendlichen Muskelkater zu riskieren. Zu den ausgedehnten bittersüßen Soundkonstruktionen scheinen manche Besucher bereits gedankenverloren Bilanz zu ziehen, im Brustkorb vibriert die Basedrum, über den gigantischen Baggern, die fast wie "Star Wars"-Ungetüme anmuten, stehen die letzten Sonnestrahlen.
Fotostrecke:Melt! 2010: Massive Attack, Goldfrapp...
So, 18:30 Uhr, Converse Main Stage
Einen düsteren Kontrapunkt zum Wetter bieten Get Well Soon auf der Main Stage. Auf dem Melt! wird ein Gang zurückgeschaltet, alles geht etwas langsamer, weniger hektisch und nach zwei Tagen Dauermodenschau scheinen die Besucher ihre beste Garderobe in der Schmutzwäsche-Tüte für den Heimweg verstaut zu haben.
Während das muskalische Projekt von Konstantin Gropper unter schaurig schöner Geigenbegleitung über Tod und Geister singt, sitzen die Zuschauer vermehrt auf den schattigen Sitzplätzen rund um die Bühne und atmen halbwach die Atmosphäre dieses friedlichen Abends ein.
Das Melt! geht in ein paar Stunden zuende, man wird müde, die Hitze der letzten Tage ging wohl arg an die Substanz...
So, 17:45, Converse Main Stage
John und Ossi (sprich: Johnossi) spielen heute ihr erstes deutsches Festival dieses Sommers und treffen dabei auf reichlich Leute, die vor kurzem restalkoholisiert aufgestanden, genau ihre Musik in dieser sengenden Nachmittagssonne brauchen, um wieder auf Touren zu kommen. Das volle Rockbesteck: Mitklatsching, Crowdsurfing, Mitsinging und Dashalbeschlagzeugwährendderschlussakkordeabreissing. Am Ende liegen da eine quasi noch rauchende Akustik-Gitarre in einem Arrangement aus umhergeflogenen Teilen des Drumsets und die Melt!-Crowd ist soweit wieder wach.
Fotostrecke:Melt! 2010: Massive Attack, Goldfrapp...
Guten Morgen!
So, 16:00, Bench Gemini Stage
Der ultimative (und frühe!) Höhepunkt des dritten Tages beim Melt! hat einen Namen: Kings Of Convenience treten vor den bis zum letzten Zentimeter ausgefüllten Platz rund um die Bench Gemini Stage und adeln das Festival mit einem 0,00 % elektronischen Act, der als einer der am heißesten erwarteten Auftritte gehandelt wird.
Zurecht, wie sich bereits nach Sekunden herausstellt: Wie nicht anders erwartet liefern die norwegischen Freunde Erlend und Eirik ein exzellentes Set ab, die Stimmen harmonieren perfekt, die Gitarrenlinien greifen in bekannter Schönheit ineinander und zusammen mit einem Gast am Bass und einem herausstechenden Virtuosen an der Bratsche ensteht ein vollendetes musikalisches Kunstwerk.
Fotostrecke:Melt! 2010: Massive Attack, Goldfrapp...
Und wer gedacht hat, zu Gitarrenfolk mit Simon-And-Garfunkel-Gestus könne man nicht tanzen, hat sich allemal getäuscht: Entertainer Erlend Oye baut Spielereien aller Art ein und beendet das Konzert mit einem stilechten Mund-Trompetensolo. Wunderwunderwunderschön! Und ein echter Jungbrunnen nach zwei durchtanzten Tagen und Nächten...
Alle Fotostrecken zum Melt! findet ihr unter www.intro.de/melt/fotostrecken
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Peter Flore 28.06.2010 | 18:08:59
Köstlich
3..2..1..go!
Brundlefly 29.06.2010 | 14:56:47
Mäuse sind Glitch
Mist, keine Karten mehr bekommen und auf Ebay steigen die Preise ja schon ins Unermessliche. Könnte also tatsächlich bei mir das erste Jahr ohne Melt seit 2003 werden.
Peter Flore 01.07.2010 | 16:08:23
Köstlich
Nackt!
taxidermist 08.07.2010 | 10:01:04
habe ein 3-tages-ticket zu verkaufen.
standort: hamburg
preis: 115€
bei interesse bitte pn.
meltticket 11.07.2010 | 21:51:53
verkaufe noch ein 3-tagesticket!
mail an : nitsch-b@web.de
DerkleineFalk 12.07.2010 | 11:18:09
hi,
kann leider nicht hinfahren :(
hab aber noch 2 tickets günstig abzugeben.
einfach kurz eine email an fab5fabian ÄÄT gmail.com schicken. versand kann noch heute stattfinden.
oder abholung in ffm
grüsse
HaWerIe 16.07.2010 | 16:15:14
Hier gibts nen Melt!-Sampler umsonst zum Runterladen, falls jemand noch Autofahrmusik braucht: http://www.freeload.de/songs/melt-festival/sampler
Peter Flore 20.07.2010 | 17:28:44
Köstlich
Schönster Moment übrigens: Als Dirk von Lowtzow alle dazu aufforderte, den "rechten Arm in die Luft" zu strecken. Nur um dann zu korrigieren: "Äh, den Linken, den Linken. Es ist so heiß hier...". Die Rammsteinisierung Tocotronics hatte da allerdings schon begonnen...
ösel 20.07.2010 | 22:15:59
Polterkowski & Söhne
Das war wirklich dein schönster Moment? Wie traurig.
Peter Flore 21.07.2010 | 09:57:35
Köstlich
Okay, "schönster" Moment. Der tatsächlich schönste Moment waren natürlich die Kings Of Convenience am Sonntagnachmittag.
Christoph Dorner 21.07.2010 | 12:27:11
Mein schönster Moment war Four Tets "Sing" mit den Visuals von Blitz und Donner. Und als Carl Craig morgens mit "At Les" den Stecker gezogen hat.
ösel 21.07.2010 | 13:13:41
Polterkowski & Söhne
Und als das süsse Indiemädchen von der druffen Glatze zu Boden gezerrt wurde, das war auch (mal wieder) voll schön...
DembaBa 21.07.2010 | 13:22:44
bei den nackten hättet ihr euch mal ein wenig mehr mühe geben können. enttäuscht.
meltticket 21.07.2010 | 14:47:18
Brundlefly 21.07.2010 | 15:28:29
Mäuse sind Glitch
So wenig Feedback dieses Jahr? Recht mager, verglichen mit den "glory years" 2004 bis 2007.
dunkelblau 26.07.2010 | 00:31:52
Nichts als Gespenster.
zurück aus der natur..rein ins virtuelle vergnügen.
was für ein melt! 2010.
volles programm gleich am freitag..angefangen bei midlake, shout out louds, two door cinema club, die eine größere bühne verdient hätten, archie bronson outfit+ health, meine highlights vom gesamten melt. kele, der bezaubernd süss dahin schmolz..kelly*, autokratz zum abschlusstanz-perfekt.
samstag, gefielen mir: dendemann, friendly fires, die technische probleme hatten, miike snow, dj shadow, was für eine umbauphase, die miese laune wollte den restlichen abend nicht weichen, the futureheads, hercules& love affair, brachten buntes und den besten satz: "gute frau, tanzen mußt du!"
sonntag ging es auf den bagger, was für eine aussicht. fucked up brachten das zelt durcheinander und jungsherzen zum hüpfen. goldfrapp war schön anzusehen. massive attack gingen wegen der fussschmerzen unter.
fazit, ein gutes melt, leckeres govinda essen, faire preise. negatives gibt es nur über den busshuttle zu berichten, der sonntag gar nicht mehr zum 2. zeltplatz fuhr und das rahmenprogramm, welches am ende nicht stimmig war.
wer nächstes mal zum melt! fährt, sollte am schloss oranienbaum halten, sich die wunderbare parkanlage anschauen und natürlich im bauhaus einen rundgang samt meisterhäuser wagen. die dessauer danken es euch.
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