Vampire Weekend: Ab Februar live

Da ist mehr drin als Afrobeat-Indie

27.11.2009, 14:00, Text: Daniel Koch, Foto: Anja Lubitz

Als die amerikanischen Indierocker Vampire Weekend 2008 ihr selbstbetiteltes Debüt herausbrachten, freute sich die gesamte Presse darüber, dass die Elemente des Afrobeats in der Musik sehr präsent war. Sänger Ezra Koenig ging das nach einer Weile ein wenig auf die Nerven, wie er nun in der aktuellen Intro-Ausgabe verriet: „Ich hoffe bei unserem neuen Album ‚Contra’ fragen uns die Leute diesmal nicht nur nach afrikanischer Musik.“ Denn obwohl sie auf dem Debüt auch klassische Elemente benutzt hätten, seien 20mal so viele Fragen zu Afrobeat gekommen.

„Ich möchte die Bedeutung afrikanischer Musik für unser damaliges Songwriting nicht schmälern“, so Koenig, „aber man bekam teilweise das Gefühl, die Leute hätten ein anderes Album gehört.“ Damit das bei dem mal wieder grandiosen „Contra“ nicht schon wieder passiert, hat man sich diesmal den Spaß gegönnt und gleich einen ganzen Strauß an Einflüssen genannt: Von brasilianischem Baile Funk, Reggaeton, Bollywood, Philip Roth, Beethoven und „Paul’s Boutique“ der Beastie Boys war dort die Rede. „Klar, das ist als Witz gemeint, aber im Grunde entspricht es auch der Wahrheit“, so Koenig. „Wenn man Musik macht, die so vielfältig ist, dann muss man auch in der Beschreibung so vielfältig bleiben.“ Da hat er Recht, der Gutste. Live schaffen es Vampire Weekend zudem diesen bunten Haufen in eine dermaße tighte Performance zu schippen, dass ihr Stil-Mash-up alles andere als zusammengeschustert wirkt. Wer das nicht glauben mag, der sollte sich einfach an einem der folgenden Daten überzeugen lassen:

19.02.2010 Berlin, Astra
20.02.2010 Köln, Gloria
21.02.2010 Hamburg, Uebel & Gefaehrlich

Vampire Weekend – Cousins (offizielles Video)
 



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