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Wer auch nur eine Ahnung haben will, was in "Yakuza 3“ passiert, muss sich über Teil 1 und 2 bilden. Kein Problem: Videos liegen bei. Dann noch die Beziehungsdiagramme studieren, einen Blick auf die Eröffnung der neuen Geschichte werfen, und der erste Abend ist vorbei.
Das japanische "Grand Theft Auto“ hat eben großen Respekt vor seiner Welt und seinen Charakteren. Wieder spielt man Yakuza-Legende Kazuma Kiryu, aber diesmal ist man ausgestiegen, um (ernsthaft!) ein Waisenhaus am Strand zu gründen. Noch bevor große Nöte den Helden zurück in die Unterwelt zwingen, gibt es eine Menge zu tun.
Sega lässt keinen Nebenschauplatz aus. Aus jeder Sorge um ein gehänseltes Kind entwickelt sich ein Shoppingduell oder eine diplomatische Runde Golf mit dem Stadtrat. Ganze Innenstädte werden bis in kleine Souvenirlädchen abgebildet. Der unheimliche Realismus wirkt schnell ansteckend. Fürchtet man sich vor der Prügelei, kann man erst mal Zeit am Ufo Catcher verplempern, sich dann in der Kneipe Mut antrinken, schließlich in der Karaokebar versacken.
Umso schöner ist die Ekstase, wenn sich die Machogangster vor jedem Duell aufs Neue in Rage reden, bis die Anspannung explodiert und sich alle mit einem Ruck die gesamte Oberbekleidung vom Leib reißen, um ihre tätowierten Muskelberge freizulegen. Auch wenn Prügeleien sich hakelig steuern und auch wenn die Langeweile öder Tätigkeiten gleich mitsimuliert wird: "Yakuza 3“ ist besonders wertvoll, inklusive japanischer Sprachausgabe mit englischen Untertiteln.
Yakuza 3 für PS3 (Sega)
Text: Jan Bojaryn
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