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35 mal 35 Kilometer groß ist der Sandkasten Panau, gespickt mit Banditen, Terroristen und Soldaten. In den Griff bekommen muss man den Inselstaat nicht - alles kaputt machen reicht. Jan Bojaryn heißt unsere menschliche Abrissbirne.
Ich fliege den Helikopter zur Militärbasis und warte in gut sichtbarer Höhe. Als endlich ein gegnerischer Kampfhubschrauber das Feuer eröffnet, steige ich aus. Mit meinem Batman-Greifhaken hefte ich mich an seine Kufen, erschieße den wütenden Mitflieger, werfe den Piloten aus der Kabine und sitze im Cockpit meines neuen Kampfhubschraubers. Den kann man gut brauchen, denn der übergeordnete Auftrag in "Just Cause 2" lautet, Infrastruktur des unterdrückerischen Regimes zu zerstören. In der Praxis springt man von Hochhäusern auf fahrende LKWs, präpariert sie mit Sprengstoff und lenkt sie in die nächste Tankstelle.Dass so viele idiotische Stunts möglich sind, liegt an der Ausrüstung. Agent Rico hat zwar keine interessanten Charaktereigenschaften, aber dafür unendlich viele Greifhaken im Handschuh und unendlich viele Fallschirme im Rucksack. Mit ein bisschen Übung heftet man Verfolger an Brückenpfeiler und klettert fliegend Berge hoch. Schusswaffen werden dagegen schnell langweilig. "Just Cause 2" legt großen Wert auf Chaos. Um Missionen freizuschalten, muss man einen Chaos-Zähler auffüllen, indem man Chaos stiftet.
Weniger willkommen ist die Unordnung, sobald man klare Ziele verfolgt. Oft genug muss man irgendwen retten oder eskortieren, und in der Welt von "Just Cause 2" sind alle Menschen dumm. Missionen scheitern nicht, weil man erschossen wird, sondern weil die Eskort-Person beim Kontakt mit Wasser ertrinkt, nicht in Deckung geht und zu langsam in den Fluchtwagen einsteigt. Das Spiel zählt zwar anerkennend mit, wie oft man Gegner mit dem Greifhaken an Fahrzeuge heftet und zu Tode schleift oder an die Wand nagelt und totprügelt. Aber in Missionen geben allwissende Auftraggeber aus dem Off detaillierte Anweisungen, was in welcher Reihenfolge zu tun ist: Wachen ausschalten, Funkgerät holen, Zimmer aufräumen. Mit Austoben hat das nichts mehr zu tun. Wenn man die Aufträge gerade ignoriert, ist "Just Cause 2" am schönsten - wie der Fiebertraum eines Dreizehnjährigen.
Just Cause 2 für PC, PS3 und Xbox 360 (Square Enix)
Text: Jan Bojaryn
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