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Mon, 18.09.2006

Alarma Man

Alarma Man


Nach einem langen, harten Arbeitstag machst du es dir gern bequem, rauchst ein Köpfchen und lauschst entspannter Musik? Hey, Achtung! Leg bloß nicht Alarma Man auf! Sonst bleibt von dir nur noch der Abdruck im Sessel übrig. Meine Güte. Leben die in einer anderen Zeitdimension, oder haben die einfach sämtliche Adrenalinvorräte Skandinaviens aufgekauft? Dass das Wort Mathe ein Synonym für Terror ist, war ja vielleicht einigen schon klar, aber niemals wurde das, was in den Gehirnen untalentierter Rechner beim Lösen schwieriger Aufgaben vorgeht, kongenialer vertont als von Alarma Man. Endlich spiegelt mal jemand meine ureigenen Gefühle wider. Obwohl die vier gestörten Typen aus Göteborg bestimmt was anderes sagen wollen, wenn sie ihre Musik als Math-Punk bezeichnen. Sie wollen sagen: Wir sind Teil einer völlig außer Kontrolle geratenen Maschine, die einer sehr eigenen und stringenten Logik folgt. Wir sind das vertrackte Gegenteil von Chaos und klingen gerade deswegen so fürchterlich schön nach Weltuntergang. Vielleicht wollen sie auch was anderes sagen. Vielleicht sind die ja Kubisten oder so was. Wer weiß das schon? Einen Sänger, der einem da Näheres berichten könnte, haben sie nicht. Nur Gitarren, Bass und Schlagzeug. Jeder gegen jeden und alle zusammen gegen den Rest der Welt. Das klingt dann wie Fucking Am in brandgefährlich und dürfte sich auch mit Fug und Recht als Hardcore mit großem H bezeichnen. Ohne Gnade schrauben die Schweden die Mechanik des Irrsinns weiter und weiter und machen einen ganz kirre damit. Die passende Platte zum Tagesgeschehen. Ein tonnenschwerer Meilenstein.

Text: Martin Riemann

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