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Mon, 24.04.2006

Aroma

A Hole Called Rock’n’Roll


Aroma sind schon seit einigen Jahren dabei. Bereits 2000 ist das Debüt “What Do You Think, Aroma Is Approaching?” erschienen und hat Thomas Mehr, dem Mann hinter dem Projekt, den Ruf des Glam-Disco-Stylers eingebracht. Dominierte damals sein Faible für die (O-Ton) “Ami-Las-Vegas-Crooner-Gala-Ära”, hat er auf “A Hole Called Rock’n’Roll” die Regler zu Gunsten des Rock etwas weiter aufgedreht. Übersteuerte Bässe, The-Who-Gitarrenriffs, dicht produziert und mit griffigen Melodien angereichert, die die alten Vorlieben durchschimmern lassen. Mehr begeht die Gratwanderung zwischen speckigen Rockklischees und geschminktem Hochglanz-Pop, der bei einigen Tracks mit zu viel Schmalz daherkommt, bei “I Don’t Say It Again” oder “Jesus” jedoch durchaus zündet. Und den Crooner, den kriegt er nicht mehr raus.

Genauso wenig wie Spilled Wine den Vergleich zu den Doors loswerden können. Sänger ViktorTheVoice ist der Jim Morrison aus Ruit, Ostfildern, das irgendwo abgeschieden im ländlichen Umkreis von Stuttgart liegt. “See the penis flowers growing in the sky”, berichtet er mit kehliger Stimme von seinem letzten vermeintlichen Trip, und das mit einem Selbstverständnis, wie es nur im süddeutschen Hinterland heranreifen kann. Oder durch das Studium der Postergrößen des Rock entsteht, damals wie heute. Spilled Wine bedienen sich munter aus dem Fundus der Blues’n’Rock-Geschichte und dem Handkoffer der aktuellen Gitarrenmusik. Der allgegenwärtige Blues-Tenor bildet das Dach der in Eigenregie produzierten “Yeah It’s Spilled Wine”-EP, und neben psychedelischen Flugversuchen babyshambelt und maximo-parkt es im Gebälk. “The apartment is on fire, babe”, heißt es im gleichzeitig lakonisch wie universell betitelten Stück “Love Me”. Ich schlage vor, Ray Manzarek und Robby Krieger sollten die Zusammenarbeit mit Ian Astbury noch mal überdenken.


Text: Thomas Markus

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