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Community für freies Kartenmaterial

Web 2.0 und so...

Das Projekt Open Street Map kickt kommerziellen Kartographie-Services wie Google Maps, Falk & Co. ordentlich in den Allerwertesten. Unser Kolumnist Moritz Sauer gibt einen Einblick.
Geschrieben am
Das Projekt Open Street Map kickt kommerziellen Kartographie-Services wie Google Maps, Falk & Co. ordentlich in den Allerwertesten und stellt Kartenmaterial frei unter einer Creative Commons-Lizenz zur Verfügung.


Die Geodaten sammeln bei der Vorzeige-Community freiwillige Hobby-Kartografen, die per GPS-Gerät beim abendlichen Spaziergang die eigene Welt vermessen. Anschließend, wenn es dunkel geworden ist, editieren sie dann die gesammelten Geodaten auf dem heimischen PC per Editor. Ein wahnsinniges Projekt, das sich Schulter an Schulter selbstbewusst neben die Wikipedia stellt.

Das Open Street Map-Projekt gibt es seit 2004. Das Ziel des Projektes ist das stetige Sammeln von Kartenmaterial und dessen Aufbereitung. Dabei basiert das Projekt auf dem Wiki-Prinzip, wie man es bereits von der Wikipedia kennt. Dadurch lassen sich sämtliche Schritte der Veränderung von Kartenmaterial beobachten und Vandalismus hat so gut wie keine Chance, da man Editierungsschritte rückgängig machen kann. Aber warum immer so negativ denken?!? Hier noch ein paar Fakten:


OpenStreetMap is a wiki map of the world created by the public. Started in August 2004 in England, OSM has spread around the world and as of writing has over 50,000 users with 5,000 or more contributing per month. These users are mostly in Europe and the Western world although growth in other countries is growing rapidly.



Das Kartenmaterial selbst veröffentlichen die Nutzer unter einer Creative Commons-Lizenz, die ausdrücklich die Nutzung des Kartenmaterials erlaubt. Ob man nun Kartenmaterial für einen anderen Web-Service, eine Website, einen Flyer, oder, oder, oder nutzt - man darf es ohne zu fragen.


Ein Mensch, ein GPS-Gerät, ein Editor


View Larger Map


Sicherlich fragt Ihr Euch jetzt... "Ähem, klingt sehr kompliziert, wie mache ich das denn?!?". Ganz einfach... Um bei dem Projekt mitzumachen benötigt man lediglich ein GPS-Gerät, das um die 170€ kostet. Es gibt auch preiswertere. Anschließend schaltet man das Gerät ein und läuft los.



Die per Satellit empfangenen GPS-Daten/Geodaten, speichert das Gerät ab und schneidet somit die Routen auf denen man sich bewegt mit. Kommt man nach einem ausgedehnten Spaziergang wieder zuhause an, lädt man die gesammelten Daten auf den Computer herunter und auf die Plattform hoch. Um nun die Daten in Karten zu konvertieren, bietet Open Street Map online Werkzeuge an. Diese lassen sich auch runterladen, um offline zu arbeiten. Mitmachen kann jeder... Auf die Frage, welche Motivation hinter dem Sammeln von Kartenmaterial steckt, nannten Aktivisten wie z.B. Andy Robinson auf der Froscon Konferenz 2008 folgende Gründe


"Du kommst endlich mal wieder weg vom Computer und an die frische Luft!"


"Du lernst Deine Umgebung besser kennen!"


"Es macht einfach Spaß!"


"Es gibt auch Gruppentreffen und Events bei welchen man unerschlossenes Gebiet 'erforscht' und nachher kartografiert!"


Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem sei der "Mitschnitt" der Präsentation von Andy Robinson bei Mr. Topf empfohlen. Ein noch wichtigerer Faktor ist sicherlich die intrinsische Motivation, die unter der bewussten Oberfläche pulsiert. Ähnlich faszinierend gestaltet sich nämlich das Mitwirken und man sieht, wie man hilft die Welt ein wenig mehr zu kartographieren. Insgesamt ein tolles und irres Projekt, dass in meinen Augen in den kommenden Jahren eine wunderbare Konkurrenz zu kommerziellen Services bietet. Schaut Euch doch zum Beispiel nur mall unser wunderbar kartografiertes Köln an - siehe oben. Da scheint eigentlich nichts zu fehlen...


Interview mit Open Street Map-Aktivist Jörg Ostertag



Das ca. 16 Minuten lange Interview gibt es als freies Ogg Theora, als FLV zum selbereinbinden und als MP3 zum anhören. Zur Verfügung gestellt von Markus Beckedahl bzw. Netzpolitik.org.



Moritz "mo." Sauer ist Musikliebhaber und Internet-Addict mit Herz und Seele. Als freier Journalist und Buchautor betreut der Kölner sein eigenes Netzkultur-MP3-Magazin Phlow. Für intro.de berichtet mo. regelmäßig über neue Web-Trends. Die gesammelten Kolumnen von mo. findet ihr unter
.:
www.intro.de/spezial/webkolumne :.

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